
Bei der Sitzung des Ministerrats am 16. September 2026 hat die französische Regierung einem Gesetzesentwurf zugestimmt, der die Ratifizierung des Protokolls vom 18. Februar 2026 zur Änderung des Steuerabkommens von 1992 mit Indien ermöglicht. Das Update, das von Finanzminister Luc Garnier als vorrangig eingestuft wird, schließt interpretative Lücken, die die Gehaltsplanung für französische Mitarbeiter in Bengaluru oder Mumbai sowie für indische innerbetriebliche Versetzte in Paris seit langem erschweren. Zu den wichtigsten Änderungen gehören eine klarere Definition der Schwellenwerte für Betriebsstätten bei kurzfristigen Beratungsprojekten sowie ein Artikel, der die Besteuerung von Renten und Aktienoptionen an die aktuellen OECD-Standards anpasst. Für multinationale Unternehmen wie Capgemini und Safran – die jährlich Hunderte von Ingenieuren zwischen beiden Ländern rotieren – verspricht die Maßnahme eine Verringerung der Doppelbesteuerung und des administrativen Aufwands bei der Beantragung von ausländischen Steuergutschriften in Frankreich. Das Protokoll wird zudem die Anerkennung französischer Sozialversicherungsbescheinigungen durch indische Behörden erleichtern und ergänzt damit das kommende EU-Programm ESSPASS. Steuerberater weisen jedoch darauf hin, dass das Abkommen noch vom französischen Parlament verabschiedet und von Neu-Delhi ebenfalls genehmigt werden muss. Ein Inkrafttreten vor dem Steuerjahr 2027 ist daher unwahrscheinlich. Unternehmen, die ihre Budgets für 2027 planen, sollten dennoch ihre Kostenschätzungen für Entsendungen überdenken: Simulationen der Big-Four-Gesellschaft PwC zeigen mögliche Einsparungen von bis zu 8 % bei den Bruttokosten der Entsendungen, sobald das Protokoll gilt. Mobility-Manager werden empfohlen, ihre Shadow-Payroll-Software zu aktualisieren und die bevorstehenden Änderungen den entsandten Mitarbeitern in Indien und Frankreich mitzuteilen, um unerwartete Steuerbelastungen zum Jahresende zu vermeiden.
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