
Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic, die derzeit fünf Airbus A220-300 im Auftrag von Swiss International Air Lines (SWISS) betreibt, kündigte am 6. Oktober an, im Rahmen eines Kostensenkungsplans zwischen 500 und 700 Stellen abzubauen. Trotz der erheblichen Einschnitte versichert die Airline, dass ihre Wet-Lease-Verpflichtungen – darunter Flüge auf den Strecken Zürich–Hamburg und Genf–Prag – im Winter uneingeschränkt fortgeführt werden. Air Baltics CEO Martin Gauss nannte hohe Finanzierungskosten und eine langsamer als erwartete Erholung im Frachtgeschäft als Gründe für die Verkleinerung. Die Fluggesellschaft plant, ihr eigenes Liniennetz zu verkleinern und sich langfristig auf ACMI-Partnerschaften (Aircraft, Crew, Maintenance, Insurance) mit Mitgliedern der Lufthansa Group wie SWISS und Eurowings zu konzentrieren. Für Schweizer Unternehmen ist die unmittelbare Auswirkung begrenzt: SWISS behält die operative Kontrolle über Flugpläne und Preise der wet-gecharterten Strecken, und es werden keine Flugzeuge aus dem Schweizer Register abgezogen. Die Meldung verdeutlicht jedoch die Verwundbarkeit von Hub-Feed-Services, die auf kleinere europäische Partner setzen – ein zunehmend verbreitetes Modell, da Hauptfluggesellschaften auf asset-light Wachstum setzen. Mobilitätsmanager sollten mögliche Anpassungen im Winterflugplan im Auge behalten und sicherstellen, dass Reisende mit SWISS-Zubringerflügen ausreichend Pufferzeiten für eventuelle Flottenwechsel einplanen. Mittelfristig könnte die Flottenverkleinerung von Air Baltic die Kapazitäten auf Routen in Mittel- und Osteuropa verknappen und die Preise steigen lassen.
Quelle: SWI swissinfo.ch
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