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Landesweiter Bahnstreik legt Spaniens Pendler- und Fernverkehr lahm

Feb. 10, 2026
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Landesweiter Bahnstreik legt Spaniens Pendler- und Fernverkehr lahm
Spanien erwachte am Montag, den 9. Februar 2026, zum ersten von drei 24-stündigen Bahnstreiks, die sofort den Pendlerverkehr in den größten Wirtschaftszentren des Landes lahmlegten. Ab Mitternacht legten die Fahrergewerkschaft SEMAF sowie die Verbände CCOO, UGT, USO und Sindicato Ferroviario nahezu alle Abfahrten der Cercanías-, Media Distancia- und Hochgeschwindigkeitszüge von Renfe, Ouigo und Iryo lahm. Der Streik ist eine direkte Reaktion auf die tödlichen Zusammenstöße im vergangenen Monat in Adamuz (Córdoba) und Gelida (Barcelona), die die Gewerkschaften auf chronische Unterfinanzierung und ausgelagerte Wartung zurückführen.

Das Verkehrsministerium legte Mindestservicequoten von 75 % während der Stoßzeiten und 50 % zu anderen Zeiten fest, doch diese Werte wurden rund um Madrid-Atocha und Barcelona-Sants selten erreicht, wo die Bahnsteige weit über die sichere Kapazität hinaus überfüllt waren. Berufspendler berichteten von zweistündigen Warteschlangen allein zum Erreichen der Drehkreuze, viele stiegen komplett auf Fahrdienste oder private Autos um – was zu unerwarteten Staus auf der Madrider M-30 und einem Anstieg der Emissionen in der Hauptstadt führte. Auch Logistikmanager gerieten unter Druck: Über 150 Güterverkehrsverbindungen wurden gestrichen, was Just-in-Time-Lieferketten zu den Automobilzentren in Zaragoza und Valladolid erheblich störte.

Landesweiter Bahnstreik legt Spaniens Pendler- und Fernverkehr lahm


Im Mittelpunkt der Forderungen steht die Sicherheit, nicht die Bezahlung. Die Gewerkschaften verlangen eine sofortige Erhöhung des Infrastrukturwartungsbudgets von Adif um 19 %, eine schnellere Einstellung von 2.400 festen Gleis- und Signaltechnikern sowie einen verbindlichen Zeitplan für die Modernisierung der veralteten Signaltechnik auf den konventionellen Strecken. Bisher konzentrierte die Regierung ihre Mittel vor allem auf medienwirksame Hochgeschwindigkeitsausbauten, während ältere Pendlerstrecken mit 40 Jahre alten Stellwerken vor sich hin altern.

Für die Arbeitgeber ist der Streik eine weitere Mahnung, dass Spaniens beeindruckende Liberalisierung des Bahnverkehrs nach der Pandemie weiterhin auf fragilen Arbeitsbeziehungen beruht. Internationale Mitarbeiter und kurzfristige Projektteams, die auf schnelle AVE-Verbindungen zwischen Madrid und Barcelona oder auf Vorortzüge zu Technologieparks in Málaga, Sevilla und Valencia angewiesen sind, wurden angewiesen, mindestens einen halben Tag Puffer in ihre Reisepläne einzubauen und digitale Anwesenheitsoptionen offen zu halten. Renfe bietet kostenlose Umbuchungen oder Rückerstattungen an, allerdings nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, und Tickets, die über ausländische Reisebüros gekauft wurden, müssen vor Ort neu ausgestellt werden.

Sollte keine Einigung erzielt werden, kündigen die Gewerkschaften an, ab März auf wöchentliche, rollierende 48-Stunden-Streiks zu erhöhen. Multinationale Unternehmen mit vielen Pendlern greifen bereits auf die während der Gesundheitskrise 2020 erprobten Homeoffice-Regelungen zurück, während Umzugsdienstleister warnen, dass der Streik die Termine für NIE- und TIE-Ausweise verzögern wird, da viele Ausländerämter nur mit Cercanías erreichbar sind.
Quelle: Cadena SER

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