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Drei Stunden Wartezeit: Neues biometrisches Ein- und Ausreisesystem der EU startet

Apr. 15, 2026
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Drei Stunden Wartezeit: Neues biometrisches Ein- und Ausreisesystem der EU startet
Die Schweizer Flughäfen erlebten am Montag, dem 13. April, Szenen, die eher an die Hochsaison im Skigebiet erinnerten als an einen gewöhnlichen Frühlingstag. Der Grund war weder schlechtes Wetter noch ein Streik der Fluggesellschaften, sondern das erste volle Wochenende mit dem Betrieb des Ein- und Ausreisesystems der Europäischen Union (EES). Seit dem 10. April werden an allen externen Schengen-Grenzen – darunter Zürich, Genf und Basel-Mulhouse – bei der Ein- und Ausreise von Nicht-EU-Reisenden Passdaten, ein Gesichtsfoto sowie vier Fingerabdrücke digital erfasst. Das neue System ersetzt den bekannten Stempel im Pass durch eine digitale Erfassung, um die Sicherheit zu erhöhen und Visaüberschreitungen zu erkennen.

Doch die versprochene Effizienz führte schnell zu massiven Verzögerungen. Euronews berichtete von Warteschlangen von bis zu drei Stunden an den Grenzen, während Airlines for Europe (A4E) von einem „systemischen Versagen, nicht nur Anlaufschwierigkeiten“ sprach. In Mailand mussten 122 EasyJet-Passagiere zusehen, wie ihr Flug wegen biometrischer Engpässe ohne sie abhob. In der Schweiz bestätigte der Flughafen Zürich Wartezeiten von bis zu 90 Minuten bei einigen Langstreckenflügen und riet Reisenden, mindestens vier Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Der Schweizer Reiseveranstalter Hotelplan Suisse berichtete im SRF-Radio, dass verpasste Anschlussflüge bereits dazu führten, Kunden auf spätere Ski-Charter umzubuchen, was zusätzliche Tausende von Franken an Unterkunftskosten verursache.

Drei Stunden Wartezeit: Neues biometrisches Ein- und Ausreisesystem der EU startet


Swiss International Air Lines arbeitet mit dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) zusammen, um zusätzliches Personal an manuellen Kontrollstellen einzusetzen, warnte jedoch, dass der Verkehr an den Feiertagen Ende April „unbeherrschbar“ werden könnte, sofern die EU-Kommission keine vorübergehende Aussetzung des Systems an stark frequentierten Flughäfen erlaubt. Für Unternehmen, die auf schnelle Tagesreisen angewiesen sind – Banker auf dem Weg nach London, Pharmaingenieure zu deutschen Werken oder Uhrenmanager auf Geschäftsreise nach Dubai – bedeutet die Verzögerung einen sofortigen Produktivitätsverlust. Sollte sich die Lage bis zum Sommer nicht entspannen, befürchten Schweizer Exportverbände einen Imageschaden für die wichtige internationale Anbindung des Landes.

Die nächsten zehn Tage sind entscheidend: Stabilisieren sich die biometrischen Kontrollstellen, behält die Alpenrepublik ihren Just-in-Time-Vorteil; bleibt die Lage chaotisch, könnten Geschäftsreisende vorübergehend Flughäfen in München oder Wien bevorzugen.
Quelle: Euronews

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