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Frankreich unterzeichnet Arbeitsmobilitätspakt mit Ägypten für 5.000 beschleunigte Arbeitsvisa pro Jahr

Apr. 18, 2026
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Frankreich unterzeichnet Arbeitsmobilitätspakt mit Ägypten für 5.000 beschleunigte Arbeitsvisa pro Jahr
In einem von Arbeitgeberverbänden von Paris bis Marseille begrüßten Schritt haben Frankreich und Ägypten am 17. April ein bilaterales Abkommen zur Arbeitsmobilität unterzeichnet, das bis zu 5.000 ägyptischen Staatsangehörigen pro Jahr einen beschleunigten Zugang zu Arbeitsvisa für Engpassberufe in Frankreich ermöglicht. Das Abkommen, das von der Menschenrechts-NGO EuroMed Rights hervorgehoben wurde, orientiert sich am EU-Rahmenwerk „Talent Partnership“ und ergänzt das bestehende französische Passeport Talent-Programm.

Ägyptische Bewerber mit anerkannten Qualifikationen oder mindestens fünf Jahren Berufserfahrung in den Bereichen Bau, Gastgewerbe, Agrar- und Lebensmittelwirtschaft, Logistik, Gesundheitswesen oder IT können künftig ein französisches Langzeit-„Salarié“-Visum innerhalb von nur 30 Tagen erhalten – halb so lang wie bisher – sofern sie ein verbindliches Jobangebot vorweisen. Die französischen Konsulate in Kairo und Alexandria richten dafür spezielle Terminfenster ein, während ANEF-Immigration die Arbeitserlaubnis beschleunigt bearbeitet. Arbeitgeber sind von der üblichen Arbeitsmarktprüfung befreit, sofern sie mindestens das 1,2-fache des SMIC (1.980 Euro Brutto monatlich im Jahr 2026) zahlen und 20 Stunden Französischunterricht finanzieren.

Frankreich unterzeichnet Arbeitsmobilitätspakt mit Ägypten für 5.000 beschleunigte Arbeitsvisa pro Jahr


Für in Paris ansässige multinationale Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, Großprojekte wie den Grand Paris Express oder den Ausbau von Rechenzentren zu besetzen, verspricht das Abkommen eine verlässliche Versorgung mit semi-qualifizierten und qualifizierten Arbeitskräften. Der Baukonzern Vinci teilte Les Echos mit, dass er für 2026-27 plane, 800 Elektriker und Schalungszimmerer über das Programm einzustellen und so die Einarbeitungszeit um „mindestens zwei Monate“ zu verkürzen. Die Hotelgruppe Accor will ägyptische Commis-Köche für ihre neuen Budgethotels im Vorfeld der Rugby-Weltmeisterschaft 2027 anwerben.

Das Abkommen enthält zudem Regelungen zum Migrationsmanagement: Frankreich finanziert ein 12-Millionen-Euro-Berufsausbildungszentrum in Alexandria und stellt Frontex-Ausrüstung zur Bekämpfung irregulärer Mittelmeerüberfahrten bereit. Die Arbeitskräfte nehmen vor der Abreise an einem zweitägigen Kulturorientierungskurs teil und erhalten in Frankreich Zugang zu Beratungsangeboten zu ihren Rechten – eine Neuerung, die von der Gewerkschaft CFDT begrüßt wird.

Wichtige Informationen für Mobilitätsteams:
• Die Kontingente öffnen am 1. Juni 2026 und werden nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ über das France-Visas-Portal vergeben.
• Arbeitgeber müssen einen Arbeitsvertrag und einen Ausbildungsplan hochladen.
• Angehörige haben nach sechs Monaten legalem Aufenthalt Anspruch auf erleichterte Familienzusammenführungsvisa.
• Einsätze sind auf drei Jahre begrenzt, können aber bei Erfüllung der Gehaltsgrenzen in das mehrjährige „Passeport Talent“-Programm übergehen.
Quelle: EuroMed Rights

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