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Tschechien hebt Gehaltsuntergrenze für EU Blue Card auf 73.823 CZK an und führt Online-„Ausländerkonto“ ein

Mai 7, 2026
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Tschechien hebt Gehaltsuntergrenze für EU Blue Card auf 73.823 CZK an und führt Online-„Ausländerkonto“ ein
Die Tschechische Republik startet in den Mai mit einer der bedeutendsten Neuerungen im Bereich Einwanderung in diesem Jahr. Ein offizieller Bescheid des Ministeriums für Industrie und Handel bestätigt, dass ab dem 1. Mai 2026 Arbeitgeber, die eine EU-Blue-Card sponsern, nun ein Bruttomonatsgehalt von mindestens 73.823 CZK garantieren müssen – das sind 6,6 Prozent mehr als im vorherigen 12-Monats-Zeitraum. Die Erhöhung, veröffentlicht gemäß EU-Richtlinie 2021/1883, stellt sicher, dass Tschechien die Regel einhält, wonach das Blue-Card-Gehalt das 1,5-fache des nationalen Durchschnittslohns betragen muss. Für potenzielle Fachkräfte in IT, Ingenieurwesen und Gesundheitswesen mag die neue Grenze hoch erscheinen, doch bleibt Prag damit günstiger als Berlin oder Amsterdam, wo die Mindestgehälter für die Blue Card bereits über 3.500 € liegen.

Die Gehaltsanpassung erfolgt parallel zu einer umfassenden Digitalisierungsinitiative, die Innenminister Vít Rakušan unter dem Namen „Digitales Tschechien“ vorantreibt. Ab dieser Woche können Arbeitgeber und ausländische Staatsangehörige ein sicheres Online-„Ausländer-Konto“ anlegen, um Anträge einzureichen, Verträge hochzuladen und den Bearbeitungsstatus zu verfolgen. Die Behörden versprechen, dass die Automatisierung die Bearbeitungszeit für einfache Blue-Card-Anträge von den gesetzlich vorgeschriebenen 90 Tagen auf „deutlich unter einen Monat“ verkürzen wird. Arbeitgeber finden zudem aktualisierte Vorlagen für Arbeitsmarktprüfungen und verbindliche Stellenangebote im Portal, was das Risiko von Ablehnungen wegen kleiner Fehler verringert.

Tschechien hebt Gehaltsuntergrenze für EU Blue Card auf 73.823 CZK an und führt Online-„Ausländerkonto“ ein


Für Personal- und Mobilitätsmanager gilt eine doppelte Botschaft: Erstens sollten alle offenen Blue-Card-Anträge überprüft werden – der neue Mindestlohn gilt auch für Anträge, die vor dem 1. Mai eingereicht, aber noch nicht entschieden wurden. Liegt der hinterlegte Vertrag unter der neuen Grenze, fordern die Behörden eine Anpassung des Gehalts oder lehnen die Erlaubnis ab. Zweitens sollten die Kostenprognosen für Entsendungen neu bewertet werden. Obwohl Tschechien weiterhin kosteneffizient bleibt, könnte die höhere Lohnlast Unternehmen dazu bewegen, eher die schnellere, aber weniger flexible Arbeitnehmerkarte zu wählen. Expats.cz weist darauf hin, dass viele Firmen bereits standardmäßig die Arbeitnehmerkarte bevorzugen, da diese lokal und nicht über Konsulate bearbeitet wird, warnt jedoch, dass dadurch die intra-EU-Mobilitätsrechte der Blue Card verloren gehen.

Praktisch sollten Mitarbeitende, die ab dem 1. Mai anreisen, gedruckte Kopien ihrer aktualisierten Arbeitsverträge sowie den elektronischen Einreichungsbeleg des Portals mitführen. Bestehende Blue-Card-Inhaber haben bis zur nächsten Verlängerung Zeit, die neuen Gehaltsanforderungen zu erfüllen, doch Einwanderungsberater empfehlen proaktive Anpassungen, um Last-Minute-Stress zu vermeiden. Für Familien bleibt die Änderung weitgehend neutral: Die Aufenthaltstitel der Angehörigen sind weiterhin an den Status des Hauptantragstellers gebunden und nicht an bestimmte Gehaltsstufen.

Langfristig könnte das digitale Ausländer-Konto die größere Veränderung bringen. Das Innenministerium plant, die Plattform im Sommer auf Arbeitnehmerkarten und Anträge auf Daueraufenthalt auszuweiten und ein KI-basiertes Dokumentenprüfungs-Tool zu testen, das fehlende Seiten erkennt, bevor der Antrag abgeschickt wird. Funktioniert das System, könnte Tschechien viele EU-Länder, die noch auf persönliche Termine und Papierakten angewiesen sind, überholen – eine gute Nachricht für multinationale Unternehmen mit umfangreichen Mobilitätsprogrammen in Mittelosteuropa.
Quelle: Business Standard / Expats.cz

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