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Pfingst-Exodus sorgt für 20 Kilometer lange Staus am Gotthard-Tunnel

Mai 24, 2026
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Pfingst-Exodus sorgt für 20 Kilometer lange Staus am Gotthard-Tunnel
Der Ferienverkehr in Richtung Süden zum langen Pfingstwochenende hat am Samstag, den 23. Mai 2026, erneut die wichtigste Nord-Süd-Alpenroute der Schweiz überlastet. Bereits am Vormittag erstreckte sich die Fahrzeugschlange vor dem Nordportal des Gotthard-Strassentunnels auf 20 Kilometer, was für Autofahrer, die nach Tessin und weiter nach Italien unterwegs waren, Wartezeiten von bis zu drei Stunden bedeutete. Der Touring Club Schweiz (TCS) warnte, dass der Rückstau zeitweise mit dem Rekord von 28 Kilometern aus dem Jahr 2018 konkurrierte und betonte, dass Pfingsten die Sommerferien als verkehrsreichste Zeit auf der A2 abgelöst hat.

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hatte bereits mit außergewöhnlich hohem Verkehrsaufkommen gerechnet, nachdem Umfragen gezeigt hatten, dass viele Schweizerinnen und Schweizer kurze Ferien in den warmen südlichen Regionen planen, anstatt längere Sommerurlaube im Ausland zu verbringen. Eine Reihe kleinerer Unfälle im Tunnel sowie starker Regen auf den Zufahrtsstraßen verschärften die Verzögerungen, sodass die Polizei den Verkehr zeitweise regeln und Zufahrtsrampen sperren musste.

Als der Stau auf der A2 seinen Höhepunkt erreichte, wichen viele Fahrer auf die Route A13 über den San-Bernardino aus – dort wuchsen die Rückstaus jedoch auf 17 Kilometer an. Verkehrsinformationsdienste empfahlen daher die längeren Umfahrungen über den Simplonpass oder den Lötschberg-Autoverlad. Für Unternehmen, die auf pünktliche Just-in-Time-Lieferungen über die Schweizerisch-Italienische Grenze angewiesen sind, verdeutlichte der Stillstand die Anfälligkeit von Strassengüterverkehr und Firmen-Shuttleplänen. Mehrere Logistikanbieter berichteten lokalen Medien, dass sie die Rückfahrten am Sonntagabend umgeplant hätten, um der erwarteten Nordfahrwelle am Pfingstmontag zu entgehen.

Pfingst-Exodus sorgt für 20 Kilometer lange Staus am Gotthard-Tunnel


Passagierintensive Unternehmen wie Reiseveranstalter und Busunternehmen berücksichtigten zusätzliche Ruhezeiten, um die EU-Fahrzeitvorschriften einzuhalten. Während die Bahnalternative durch den 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel weitgehend pünktlich verkehrte, waren die Sitzplatzreservierungen für InterCity- und EuroCity-Züge zwischen Zürich und Mailand bereits am Freitagnachmittag ausverkauft – ein Beleg für den Wert von Blockbuchungen und dynamischen Bahn-Flug-Kombinationen für Geschäftsreisende.

Die Behörden rieten zudem Nicht-EU-Geschäftsreisenden, die über Tessin einreisen, ihre Schengen-Visa auf Mehrfacheinreisen zu überprüfen, da unerwartete Umleitungen sie kurzzeitig durch Italien führen könnten, bevor sie wieder in die Schweiz einreisen.

Blickt man voraus, plant ASTRA die Einführung eines neuen Verkehrsmanagementsystems, das Echtzeitdaten zur Tunnelkapazität in beliebte Navigations-Apps einspeisen soll. Die Kantone Uri und Tessin diskutieren zudem differenzierte Maut- oder Einfahrtszeitfensterregelungen an verkehrsstarken Wochenenden. Bis solche Maßnahmen umgesetzt sind, werden Schweizer Arbeitgeber mit reisenden Mitarbeitenden dringend gebeten, das Pfingstwochenende wie eine Mini-Weihnachtszeit zu behandeln: kritische Alpenüberquerungen zu vermeiden, den Güterverkehr möglichst auf die Bahn zu verlagern und frühzeitig Notfallpläne zu kommunizieren.
Quelle: SRF – Schweizer Radio und Fernsehen

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