
Ein Eurostar-Zug in Richtung Osten von Köln nach Paris über Brüssel kam am Freitag, den 26. Juni, um 10:30 Uhr MESZ auf der Tivoli-Brücke bei Leuven zum Stillstand, wodurch etwa 400 Reisende bei steigenden Temperaturen von 34 °C festsaßen. Der Betreiber gab einen „technischen Vorfall“ im Antriebssystem als Ursache an. Der belgische Infrastrukturbetreiber NMBS schaltete schnell die Stromversorgung ab, sodass Einsatzkräfte die Türen manuell öffnen und die Passagiere entlang des Schotters zu einem sicheren Sammelpunkt begleiten konnten, wo Wasserflaschen verteilt wurden. Eurostar organisierte eine Rettungsfahrt, die eine Stunde später startete, doch die Folgeverspätungen beeinträchtigten die morgendlichen Abfahrten auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Brüssel, Paris und Amsterdam. Der Ausfall kam zusätzlich zu hitzebedingten Geschwindigkeitsbeschränkungen und der vorsorglichen Streichung mehrerer London–Paris-Verbindungen Anfang der Woche. Zusammen verdeutlichen diese Vorfälle die Anfälligkeit der wichtigsten Geschäftsverbindung Europas bei extremen Wetterbedingungen. Für Verkehrsplaner ist die Botschaft klar: grenzüberschreitender Schienenverkehr, obwohl umweltfreundlicher als Kurzstreckenflüge, erfordert nun ein krisenfestes Management à la Fluggesellschaften – inklusive flexibler Tickets, Hotelkontingenten und einer lückenlosen Betreuungskommunikation. Eurostar betonte, dass Passagiere bei Verspätungen von mehr als 60 Minuten Anspruch auf Entschädigungsgutscheine in Höhe von 50–75 % des Fahrpreises haben, Barauszahlungen gibt es jedoch nur bei Reiseabbruch. Der belgische Bundesverkehrsdienst leitete eine routinemäßige Untersuchung ein; erste Hinweise deuten auf einen überhitzten Hilfskonverter hin, ein Bauteil, das in dreizehn Siemens Class 374 e320-Zügen verbaut ist. Sollte sich der Fehler als systematisch erweisen, könnten Nachrüstungen im Juli, der Hauptreisezeit, weitere Fahrplananpassungen erforderlich machen. Eurostar kündigte an, innerhalb von 30 Tagen einen vollständigen Zwischenbericht zu veröffentlichen und prüft derzeit die Einsatzbereitschaft der Flotte für längere Hitzeperioden. Geschäftsreisende sollten ihre Mitarbeiter über alternative Verbindungen via Thalys oder ICE/DB-SNCF-Kombinationen informieren, bis die Zuverlässigkeit wieder steigt.
Quelle: Zakenreisnieuws
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