
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 3. Juli im Fall Mullin gegen Doe hat das US-Einwanderungsrecht erneut erschüttert: Das Gericht entschied, dass Gerichte keine Zuständigkeit haben, um eine präsidiale Entscheidung zur Beendigung des Temporary Protected Status (TPS) zu überprüfen. Die mit 6 zu 3 Stimmen gefällte Entscheidung, verfasst von Richter Samuel Alito, hob einstweilige Verfügungen der unteren Instanzen auf, die den TPS für rund 350.000 Haitianer und 6.000 Syrer während des laufenden Rechtsstreits aufrechterhielten. Der 1990 eingeführte TPS ermöglicht es Staatsangehörigen von Krisenländern, vorübergehend in den USA zu leben und zu arbeiten. Indem das Gericht die Beendigung des TPS von gerichtlicher Kontrolle ausnimmt, überträgt es der Exekutive die alleinige Macht, den Schutz sofort zu beenden. Die abweichende Meinung von Richterin Elena Kagan warf der Mehrheit vor, rassistische Vorurteile in öffentlichen Äußerungen über haitianische Migranten zu ignorieren und „den Gerichten die Türen für schutzbedürftige Gemeinschaften zu verschließen“. Für Arbeitgeber sind die Folgen unmittelbar spürbar: Sobald das Heimatschutzministerium (DHS) eine Beendigungsmitteilung veröffentlicht, verlieren betroffene Beschäftigte ihre Arbeitserlaubnis und müssen ihre Tätigkeit bei Ablauf der E-Verify-Überprüfungsfristen einstellen. Branchen mit hohem TPS-Anteil – Gastgewerbe, Gesundheitswesen, Baugewerbe und Gig-Economy-Plattformen – drohen plötzliche Arbeitskräftemangel, falls Kongress oder DHS keine Übergangsfristen gewähren. Unternehmensjuristen sollten die I-9-Dokumente prüfen, um TPS-Inhaber zu identifizieren und Notfallpläne für die Personalplanung entwickeln. Programme zur Mobilität, die H-1B-, PERM- oder humanitäre Optionen für langfristige TPS-Beschäftigte fördern, sollten ihre Anträge beschleunigen. Da eine gerichtliche Überprüfung ausgeschlossen ist, verlagert sich der Einsatz nun auf den Kongress, wo ein eng gefasster parteiübergreifender Gesetzentwurf den Schutz noch gesetzlich wiederherstellen könnte. Bis dahin drohen Haft und Abschiebung, was die Fürsorgepflichten für US-Multinationale mit großen haitianischen oder syrischen Belegschaften erheblich erschwert.
Quelle: The Eastern Herald
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