
Als Reaktion auf den zunehmenden Druck von Fluggesellschaften und Flughäfen räumte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, am 5. Juli ein, dass „technische Probleme“ das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) behindern, und erklärte, dass Brüssel gemeinsam mit den Mitgliedstaaten an einer reibungsloseren Einführung arbeite. Mehrere spanische Flughäfen und Grenzübergänge meldeten am ersten Sommerwochenende Wartezeiten von zwei bis fünf Stunden, da Nicht-EU-Reisende Schwierigkeiten mit den Fingerabdruck-Terminals hatten. Das seit April voll funktionsfähige EES ersetzt die Passstempel durch biometrische Erfassung und automatisierte Ausreiseregistrierung. Airlines for Europe, ACI Europe und IATA fordern die Kommission, während der Spitzenzeiten im Juli und August eine vorübergehende Aussetzung zu erlauben; die aktuellen EU-Regeln gestatten nur sechs Stunden Pausen bei extremer Überlastung. Von der Leyens Äußerungen folgten auf die Aussage des irischen Innenministers Jim O’Callaghan, dass bereits 110 Millionen Passagiere verarbeitet wurden und über 1.000 Sicherheitswarnungen generiert wurden – eine Zahl, die Brüssel als Beleg für den Nutzen des Systems anführt. Dennoch argumentieren Fluggesellschaften, die Technik sei für Reisende noch nicht ausgereift: EasyJet und Ryanair warnen vor verpassten Flügen, während spanische Tourismusverbände um ihren Ruf fürchten, gerade jetzt, wo die Besucherzahlen aus Großbritannien wieder steigen. Für Firmen, die Geschäftsreisen organisieren, lautet die klare Botschaft: Planen Sie mindestens 45 zusätzliche Minuten für Erstpassagiere im Schengen-Raum bei der Durchreise durch Spanien ein und informieren Sie Reisende über die biometrische Erfassung (alle vier Fingerabdrücke plus Gesichtsscanner). Unternehmen, die Shuttle-Services zwischen Gibraltar und Andalusien betreiben, sollten beachten, dass die spanische Polizei an der Grenze nun handliche EES-Tablets nutzt; Gruppenreisen könnten gestaffelte Abfahrten benötigen, um Rückstaus zu vermeiden. EU-Beamte treffen sich nächste Woche mit Branchenvertretern, um Software-Updates, zusätzliches Personal und eine mögliche Vorregistrierungs-App zu besprechen – Maßnahmen, die den Druck vor dem August-Spitzenaufkommen mindern könnten, aber keine sofortige Lösung bieten.
Quelle: KoSSev