
Aktuelle Daten der Luftfahrtanalysefirma OAG zeigen, dass die gesamte geplante Sitzplatzkapazität von, nach und innerhalb Indiens im Juli 2026 im Jahresvergleich um 4,7 % zurückging – der stärkste monatliche Rückgang seit Beginn der Erholung nach der Pandemie. Der Rückgang ist nahezu ausschließlich auf die Air India Group zurückzuführen, die mehr als 1,1 Millionen Sitzplätze gestrichen hat – etwa ein Fünftel ihres Angebots im Juli 2025 –, nachdem die Umleitungskosten aufgrund der weiterhin instabilen Lufträume Westasiens stark angestiegen sind. Die internationale Kapazität schrumpfte um 4,8 % auf 7,6 Millionen Sitzplätze, wobei vor allem Geschäftsreisen nach Europa und Nordamerika betroffen sind, da Air India Frequenzen reduziert oder Verbindungen zusammengelegt hat. Das Inlandsangebot sank um 4,6 %, wobei auch Air India Express und SpiceJet ihre Flugpläne angesichts rekordhoher Kerosinpreise und Flugzeugstilllegungen kürzten. Marktführer IndiGo hielt die Kapazität stabil und dämpfte so teilweise die Auswirkungen, während der flexible Neueinsteiger Akasa Air um 7,4 % wuchs. Für Reiseverantwortliche bedeuten diese Zahlen ein engeres Sitzplatzangebot und steigende Preise mindestens bis August, wenn Air India nur einen Teil der gestrichenen Flüge wieder aufnehmen will. Prognosetools für Flugpreise zeigen bereits zweistellige monatliche Steigerungen bei Abflügen von Delhi nach London und Mumbai nach New York Ende Juli. Unternehmen mit festen Terminen in Europa oder den USA wird daher geraten, frühzeitig Plätze zu reservieren oder über Golfregion-Hubs zu fliegen, die von Fluggesellschaften bedient werden, die weniger von Umleitungen über den iranischen Luftraum betroffen sind. Die Kapazitätskürzungen wirken sich auch weiter aus: Flughafen-Slots werden vorübergehend neu verteilt, und Bodenabfertiger in Metropolen wie Delhi und Mumbai melden weniger Umschlagmöglichkeiten, was die Einnahmen belastet, während sie gleichzeitig in neue biometrische Verarbeitungssysteme investieren, die von den Behörden vorgeschrieben sind. Die Air India-Geschäftsführung bezeichnet die Reduzierungen als „vorübergehend und gezielt“ und betont, dass die Modernisierung der Großraumflotte planmäßig bis 2027 abgeschlossen wird. Analysten warnen jedoch, dass bei anhaltender Instabilität im westasiatischen Luftraum der ehrgeizige Expansionsplan der Fluggesellschaft weitere Verzögerungen erleiden könnte, was die globalen Mobilitätsbudgets der indischen Wirtschaft bis weit ins nächste Jahr hinein erschweren würde.
Quelle: The Financial Express