
Eurostar gab am Donnerstagmorgen eine Betriebswarnung heraus und warnte vor „erheblichen Verzögerungen“ bei Abfahrten vom Pariser Gare du Nord, nachdem die Grenzkontrollen der Europäischen Union die angrenzende Kontrollzone überlastet hatten. Die Züge 9116, 9145, 9060 und 9022 wurden komplett gestrichen, während mehrere Verbindungen nach London, Brüssel und Amsterdam mit mehr als 60 Minuten Verspätung abfuhren. Als Hauptursache nennt der Betreiber die „EU-Grenzkontrollen“, ein immer häufiger verwendeter Begriff seit der Einführung der vollständigen biometrischen Erfassung im Rahmen des neuen Ein- und Ausreisesystems Anfang dieses Jahres in Frankreich. Laut Passagierberichten waren während der Spitzenzeit von 07:00 bis 10:00 Uhr nur vier manuelle Kontrollschalter und sechs elektronische Tore geöffnet, was zu Warteschlangen führte, die sich bis in die Haupthalle zurückzogen. Die Verzögerungen wurden durch ein separates Stromversorgungsproblem im Eurotunnel verschärft, das bei Zug 9027 zu Geschwindigkeitsbeschränkungen führte. Eurostar reagierte mit Maßnahmen wie der Umbuchung betroffener Kunden, der Lockerung der Ticketänderungsregeln und dem Einsatz von Bordpersonal, das in den Wartebereichen Erfrischungen verteilte. Business-Class-Passagiere wurden in die „Eurostar Premier“-Lounge umgeleitet, doch viele Geschäftsreisende verpassten Anschlusszüge zu regionalen Verbindungen im Vereinigten Königreich. Auch der Güterverkehr durch den Tunnel verzeichnete leichte Folgeverspätungen von bis zu 30 Minuten. Für Mobilitätsmanager ist der Vorfall eine Erinnerung daran, dass die Bahnverbindung Paris–London auch außerhalb der Ferienzeiten anfällig für Engpässe bei der Grenzkontrolle bleibt. Unternehmen sollten daher einen Mindestpuffer von 90 Minuten zwischen der geplanten Eurostar-Ankunft eines Mitarbeiters und anschließenden Terminen im UK einplanen. Die Warnung unterstreicht zudem den Nutzen der Teilnahme häufiger Reisender am Eurostar-SmartCheck-Gesichtserkennungs-Pilotprojekt, das den Ausreiseprozess bei Funktion um mehrere Minuten verkürzen kann. Eurostar kündigt an, bis November zusätzliche elektronische Tore zu installieren, warnt jedoch, dass weitere Störungen möglich sind, wenn britische Schulferien oder große Pariser Fachmessen mit Personalengpässen bei der französischen Grenzpolizei zusammenfallen.
Quelle: Eurostar live travel update
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