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EU gewährt Frankreich Spielraum bei biometrischen Ein- und Ausreisekontrollen im Schengen-Raum zur Entlastung der Grenzschlangen

Sept. 17, 2026
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EU gewährt Frankreich Spielraum bei biometrischen Ein- und Ausreisekontrollen im Schengen-Raum zur Entlastung der Grenzschlangen
Die Europäische Kommission erlaubt Frankreich und acht weiteren Schengen-Staaten stillschweigend, das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) mit einer gewissen Flexibilität über die offizielle Frist vom 6. September hinaus anzuwenden, die den Übergangszeitraum beendet hat. Das seit dem 10. April 2026 aktive EES erfasst Fingerabdrücke und Gesichtsbilder nahezu aller Nicht-EU-Kurzzeitbesucher, einschließlich britischer Staatsangehöriger. Paris hatte Brüssel gewarnt, dass die sofortige vollständige Einführung des biometrischen Verfahrens an den Kanalküsten, am Pariser Flughafen CDG und an wichtigen Bahnhöfen, an denen französische Beamte „nebeneinander“ Ausreisekontrollen für UK-Reisende durchführen, zu erheblichen Staus führen könnte. Laut einer Modellrechnung von Logistics UK könnten bereits 90 Minuten zusätzliche Verzögerung auf der Dover–Calais-Route britische Lieferketten jährlich 400 Millionen Pfund kosten. Durch die stillschweigende Akzeptanz eines gestuften Vorgehens – bei dem Beamte zu Stoßzeiten auf Fingerabdrücke verzichten dürfen – will Brüssel genau dieses Szenario vermeiden. Wichtig ist, dass die Kommission keinen neuen Rechtsakt erlassen hat; die Mitgliedstaaten sind weiterhin verpflichtet, die volle Einhaltung sicherzustellen. In der Praxis kann die französische Grenzpolizei jedoch weiterhin den in der Verordnung (EU) 2025/1534 vorgesehenen „außergewöhnlichen Crowd-Management-Aus-Schalter“ nutzen, bis neue Fingerabdruckterminals und elektronische Tore im Laufe dieses Winters installiert sind. Dies ähnelt der Einführung der Smart Borders 2017, als mehrere Flughäfen Monate nach dem offiziellen Startdatum noch manuelle Ausweichspuren betrieben. Für Manager der Unternehmensmobilität ist die Botschaft zwiespältig: Reisende profitieren kurzfristig von kürzeren Warteschlangen, müssen aber weiterhin mit sporadischen biometrischen Erfassungen rechnen, die bis zu 30 Minuten bei Abreise oder Ankunft hinzufügen können. Spediteure, die den Eurotunnel und Fährhäfen nutzen, sollten großzügige Zeitpuffer einplanen – besonders freitagabends und montagmorgens, wenn der Freizeitverkehr seinen Höhepunkt erreicht. Globale Mobilitätsteams sollten zudem die Reisehinweise für Mitarbeiter aktualisieren, da derselbe Reisende je nach Verkehrslage bei einer Reise biometrisch erfasst und bei der nächsten durchgewunken werden kann. Das französische Verkehrsministerium bekräftigte, dass das Land „voll hinter dem EES-Zeitplan steht“ und die derzeitige Toleranz „nicht mit einer Verlängerung der Ausnahmeregelung verwechselt werden darf“. Unternehmen sollten daher mit einer schrittweisen Verschärfung der Kontrollen rechnen, sobald die Infrastruktur nachgerüstet ist – voraussichtlich noch vor dem Weihnachtsreiseverkehr.
Quelle: Trans.info

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