
In Straßburg hat Premierminister Mark Carney am 18. September öffentlich den überraschenden Vorschlag von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßt, Kanada zum ersten „assoziierten Mitglied“ der Europäischen Union zu machen. Während die politische Debatte bisher vor allem Handel und Sicherheit fokussierte, warnen Mobilitätsexperten, dass dieses Konzept – obwohl in den EU-Verträgen nicht definiert – weitreichende Folgen für die Personenmobilität haben könnte. Wie ein Modell für assoziierte Mitglieder genau aussehen könnte, ist noch völlig offen; ein rechtlicher Rahmen existiert nicht.
Hochrangige EU-Beamte erklärten der Associated Press, dass Brüssel derzeit Präzedenzfälle wie den Europäischen Wirtschaftsraum, die bilateralen Abkommen mit der Schweiz und das britische Jugendmobilitätsabkommen nach dem Brexit prüft. Kanadische Diplomaten setzen sich für ein visafreies Aufenthaltsrecht von bis zu 180 Tagen im Schengen-Raum für Geschäfts- und Freizeitreisen ein, die automatische Anerkennung kanadischer Trusted-Traveller-Programme sowie eine beschleunigte Erteilung von Arbeitserlaubnissen für innerbetriebliche Versetzungen. Im Gegenzug soll Ottawa EU-Bürgern ähnliche Privilegien gewähren und bestimmte Zugangsregeln zum Arbeitsmarkt an die EU-Entsenderichtlinie angleichen.
Für multinationale Unternehmen stehen viel auf dem Spiel. Die EU ist bereits Kanadas zweitgrößter Auslandsinvestitionsstandort; erleichterte Geschäftsreisen würden die Compliance-Kosten für kurzfristige Projekte oder Trainingsrotationen deutlich senken. Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen erwarten zudem einen Boom bei europäischen Entsendungen, falls Quoten und Arbeitsmarkttests entfallen.
Einwanderungsrechtler warnen jedoch, dass ein solches Abkommen Jahre dauern könnte und auf beiden Seiten des Atlantiks noch gesetzliche Grundlagen benötigt. Kurzfristig sollten Unternehmen ihre europäische Präsenz analysieren und prüfen, welche Mitarbeitergruppen am meisten von gelockerten Einreisebestimmungen profitieren würden. Zudem gilt es, auf Übergangsmaßnahmen wie erweiterte Jugendquoten im Rahmen von International Experience Canada (IEC) oder bilaterale Sozialversicherungsabkommen zu achten, die Ottawa vor einem formellen Vertrag einführen könnte.
Beobachter weisen außerdem darauf hin, dass Washington die Verhandlungen genau verfolgt. Sollte Kanada bevorzugte Mobilitätsrechte mit der EU erhalten, wächst der Druck auf die USA, ihre eigenen Geschäftsreiseregelungen in Nordamerika zu modernisieren, um im Wettbewerb um kanadische Talente nicht ins Hintertreffen zu geraten.
Hochrangige EU-Beamte erklärten der Associated Press, dass Brüssel derzeit Präzedenzfälle wie den Europäischen Wirtschaftsraum, die bilateralen Abkommen mit der Schweiz und das britische Jugendmobilitätsabkommen nach dem Brexit prüft. Kanadische Diplomaten setzen sich für ein visafreies Aufenthaltsrecht von bis zu 180 Tagen im Schengen-Raum für Geschäfts- und Freizeitreisen ein, die automatische Anerkennung kanadischer Trusted-Traveller-Programme sowie eine beschleunigte Erteilung von Arbeitserlaubnissen für innerbetriebliche Versetzungen. Im Gegenzug soll Ottawa EU-Bürgern ähnliche Privilegien gewähren und bestimmte Zugangsregeln zum Arbeitsmarkt an die EU-Entsenderichtlinie angleichen.
Für multinationale Unternehmen stehen viel auf dem Spiel. Die EU ist bereits Kanadas zweitgrößter Auslandsinvestitionsstandort; erleichterte Geschäftsreisen würden die Compliance-Kosten für kurzfristige Projekte oder Trainingsrotationen deutlich senken. Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen erwarten zudem einen Boom bei europäischen Entsendungen, falls Quoten und Arbeitsmarkttests entfallen.
Einwanderungsrechtler warnen jedoch, dass ein solches Abkommen Jahre dauern könnte und auf beiden Seiten des Atlantiks noch gesetzliche Grundlagen benötigt. Kurzfristig sollten Unternehmen ihre europäische Präsenz analysieren und prüfen, welche Mitarbeitergruppen am meisten von gelockerten Einreisebestimmungen profitieren würden. Zudem gilt es, auf Übergangsmaßnahmen wie erweiterte Jugendquoten im Rahmen von International Experience Canada (IEC) oder bilaterale Sozialversicherungsabkommen zu achten, die Ottawa vor einem formellen Vertrag einführen könnte.
Beobachter weisen außerdem darauf hin, dass Washington die Verhandlungen genau verfolgt. Sollte Kanada bevorzugte Mobilitätsrechte mit der EU erhalten, wächst der Druck auf die USA, ihre eigenen Geschäftsreiseregelungen in Nordamerika zu modernisieren, um im Wettbewerb um kanadische Talente nicht ins Hintertreffen zu geraten.
Quelle: Associated Press
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