
Diese Woche sorgte ein diplomatischer Paukenschlag für Aufsehen, als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Kanada einlud, das erste „assoziierte Mitglied“ der Europäischen Union zu werden. Bei ihrer Rede im Europäischen Parlament am 17. September begrüßte Premierminister Mark Carney die Idee und erklärte einen Tag später in Ottawa vor Abgeordneten, dass eine „wirtschaftsübergreifende Allianz“ mit Europa nun in Gang sei. Zwar gibt es noch keinen rechtlichen Text, doch bestätigen Beamte in Brüssel, dass Artikel 217 der EU-Verträge – der dem Block umfassende Assoziierungsabkommen ermöglicht – als Modell dienen könnte. Der Status eines assoziierten Mitglieds läge zwischen dem heutigen EU-Kanada-Freihandelsabkommen (CETA) und einer Vollmitgliedschaft und könnte Kanada bevorzugten Zugang zum Binnenmarkt gewähren, im Gegenzug für eine teilweise Angleichung der Regulierung.
Besonders wichtig für multinationale Unternehmen: Sowohl von der Leyen als auch Carney hoben die Mobilität von Arbeitskräften hervor. In Straßburg sagte Carney, die Allianz solle es „unseren jungen Menschen ermöglichen, dort zu leben, zu arbeiten und zu studieren, wo sie wollen – auf beiden Seiten des Atlantiks“. Diese Formulierung löste sofort Spekulationen über visafreie Working Holidays und vereinfachte berufliche Transfers aus. Für kanadische Arbeitgeber könnte das eine Revolution bedeuten. Europa ist nach den USA die zweitgrößte Quelle für innerbetriebliche Versetzungen nach Kanada, doch benötigen Arbeitnehmer derzeit noch Arbeitserlaubnisse oder CETA-basierte LMIA-Ausnahmen, die Wochen dauern können. Sollte ein zukünftiges Abkommen den EU-Regeln mit Norwegen oder Island ähneln, könnten Führungskräfte mit wenig mehr als einem Pass und einem Beschäftigungsnachweis umziehen.
Kanadische Start-ups, die eine Expansion in die EU anstreben, würden ebenfalls von einem vereinfachten Zugang zu einem Markt mit 450 Millionen Menschen profitieren, während europäische Unternehmen ihre Mitarbeiter ohne den administrativen Aufwand von Arbeitsmarktprüfungen nach Kanada entsenden könnten. Es gibt jedoch Hürden: Brüssel betont, dass die vier Freiheiten der Bewegung „untrennbar“ seien, was bedeuten könnte, dass Kanada EU-Waren- und Dienstleistungsregeln akzeptieren müsste, die es derzeit nicht anwendet. Einwanderungsrechtler warnen zudem, dass ein Mobilitätskapitel noch in die kanadischen Einwanderungsbestimmungen aufgenommen werden müsste – das Parlament müsste das Einwanderungs- und Flüchtlingsschutzgesetz ändern, um neue Ausnahmen oder gegenseitige Arbeitserlaubnisklassen zu schaffen.
Dennoch drängen Unternehmen bereits auf Ottawa, um sicherzustellen, dass ein Abkommen die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen und eine Steuerkoordination zur Vermeidung doppelter Sozialversicherungsbeiträge enthält. Praktisch wird sich nicht über Nacht etwas ändern. Die Verhandler arbeiten auf einen EU-Kanada-Gipfel im Oktober in Montreal hin, um eine Roadmap zu skizzieren, und Beamte rechnen mit „zwei bis drei Jahren“ bis zum Abschluss eines endgültigen Abkommens. Unternehmen, die auf transatlantische Talente angewiesen sind, sollten jedoch jetzt schon verschiedene Szenarien durchspielen: Ob es eine echte Freizügigkeitszone oder ein erweitertes Jugendmobilitätsabkommen wird – die Kosten und Compliance-Anforderungen für den Personalaustausch zwischen Kanada und der EU dürften sich in diesem Jahrzehnt grundlegend verändern.
Besonders wichtig für multinationale Unternehmen: Sowohl von der Leyen als auch Carney hoben die Mobilität von Arbeitskräften hervor. In Straßburg sagte Carney, die Allianz solle es „unseren jungen Menschen ermöglichen, dort zu leben, zu arbeiten und zu studieren, wo sie wollen – auf beiden Seiten des Atlantiks“. Diese Formulierung löste sofort Spekulationen über visafreie Working Holidays und vereinfachte berufliche Transfers aus. Für kanadische Arbeitgeber könnte das eine Revolution bedeuten. Europa ist nach den USA die zweitgrößte Quelle für innerbetriebliche Versetzungen nach Kanada, doch benötigen Arbeitnehmer derzeit noch Arbeitserlaubnisse oder CETA-basierte LMIA-Ausnahmen, die Wochen dauern können. Sollte ein zukünftiges Abkommen den EU-Regeln mit Norwegen oder Island ähneln, könnten Führungskräfte mit wenig mehr als einem Pass und einem Beschäftigungsnachweis umziehen.
Kanadische Start-ups, die eine Expansion in die EU anstreben, würden ebenfalls von einem vereinfachten Zugang zu einem Markt mit 450 Millionen Menschen profitieren, während europäische Unternehmen ihre Mitarbeiter ohne den administrativen Aufwand von Arbeitsmarktprüfungen nach Kanada entsenden könnten. Es gibt jedoch Hürden: Brüssel betont, dass die vier Freiheiten der Bewegung „untrennbar“ seien, was bedeuten könnte, dass Kanada EU-Waren- und Dienstleistungsregeln akzeptieren müsste, die es derzeit nicht anwendet. Einwanderungsrechtler warnen zudem, dass ein Mobilitätskapitel noch in die kanadischen Einwanderungsbestimmungen aufgenommen werden müsste – das Parlament müsste das Einwanderungs- und Flüchtlingsschutzgesetz ändern, um neue Ausnahmen oder gegenseitige Arbeitserlaubnisklassen zu schaffen.
Dennoch drängen Unternehmen bereits auf Ottawa, um sicherzustellen, dass ein Abkommen die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen und eine Steuerkoordination zur Vermeidung doppelter Sozialversicherungsbeiträge enthält. Praktisch wird sich nicht über Nacht etwas ändern. Die Verhandler arbeiten auf einen EU-Kanada-Gipfel im Oktober in Montreal hin, um eine Roadmap zu skizzieren, und Beamte rechnen mit „zwei bis drei Jahren“ bis zum Abschluss eines endgültigen Abkommens. Unternehmen, die auf transatlantische Talente angewiesen sind, sollten jedoch jetzt schon verschiedene Szenarien durchspielen: Ob es eine echte Freizügigkeitszone oder ein erweitertes Jugendmobilitätsabkommen wird – die Kosten und Compliance-Anforderungen für den Personalaustausch zwischen Kanada und der EU dürften sich in diesem Jahrzehnt grundlegend verändern.
Quelle: Euronews / Associated Press
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