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Sechs Schweizer Kantone fordern dringenden Ausbau des Schienennetzes zur Entlastung des Pendlerchaos

Jan. 18, 2026
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Sechs Schweizer Kantone fordern dringenden Ausbau des Schienennetzes zur Entlastung des Pendlerchaos
Eine starke Koalition von sechs Kantonsregierungen – Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Genf, Tessin, Wallis und Waadt – hat den Bundesrat aufgefordert, ein beschleunigtes Investitionspaket zur Erweiterung des überlasteten Schweizer Schienennetzes auf den Weg zu bringen. In einer gemeinsamen Erklärung, die am 17. Januar 2026 auf dem nationalen Bahnkongress Bahn26 in Basel veröffentlicht wurde, warnten die für Infrastruktur zuständigen Minister davor, dass die täglichen Pendlerströme und Gütervolumen die wichtigsten Nord-Süd- und Ost-West-Korridore bereits an ihre betrieblichen Grenzen bringen. Die Kantone argumentieren, dass ohne sofortiges Handeln chronische Verspätungen und Produktivitätsverluste für die grenzüberschreitende Arbeitskraft drohen, die das Rückgrat der Schweizer Exportwirtschaft bildet.

Obwohl die Schweiz über das dichteste Personenverkehrsnetz Europas verfügt, liegt die Nutzung mit 112 % des Vorkrisenniveaus bereits deutlich darüber – angetrieben durch Bevölkerungswachstum, eine Rekordzahl an Grenzgängern und unternehmensinterne Nachhaltigkeitsrichtlinien, die die Bahn gegenüber Kurzstreckenflügen bevorzugen. Engpässe sind besonders auf den Achsen Lausanne–Genf und Basel–Olten spürbar, wo die Züge zu Spitzenzeiten regelmäßig mit über 140 % Auslastung fahren und Güterzüge Schwierigkeiten haben, spätabendliche Fahrpläne zu erhalten. Die kantonale Allianz drängt Bern daher, die geplanten «STEP 2035»-Ausbauprojekte zu beschleunigen – insbesondere die Kapazitätserweiterung des Léman Express, den Zimmerberg-Basistunnel II und die Perronerweiterungen auf der Gotthardstrecke.

Sechs Schweizer Kantone fordern dringenden Ausbau des Schienennetzes zur Entlastung des Pendlerchaos


Für globale Mobilitäts- und HR-Teams stehen viel auf dem Spiel. Rund 340.000 Mitarbeitende aus Frankreich, Deutschland und Italien pendeln täglich in Schweizer Life-Science-, Finanz- und Produktionszentren; jede Störung im Bahnverkehr führt schnell zu Überstundenkosten und verpassten Kundenterminen. Multinationale Unternehmen mit Hauptsitz in Genf und Basel betreiben bereits eigene Shuttlebusse, um unzuverlässige Spätverbindungen auszugleichen – eine Praxis, die die Kantone sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich für nicht tragbar halten.

Der Brief hebt zudem die internationale Bedeutung des Schweizer Bahnnetzes hervor. Der Flughafen Genf – von 18 % der ankommenden Geschäftsreisenden genutzt – ist stark auf pünktliche Léman Express-Verbindungen nach Frankreich angewiesen, während der Flughafen Zürich nahtlose SBB-Anschlüsse für Langstreckenflüge benötigt. Die Kantone warnen, dass ein Versäumnis beim Kapazitätsausbau die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz als „One-Transfer“-Business-Reiseziel schwächen und Unternehmen dazu bewegen könnte, regionale Funktionen in benachbarte EU-Städte zu verlagern.

Bundesverkehrsminister Albert Rösti bestätigte den Eingang des Schreibens und kündigte an, vor der Sommerpause einen Zwischenfinanzierungsplan vorzulegen. Branchenbeobachter weisen jedoch darauf hin, dass grosse Bauprojekte oft ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen, weshalb Unternehmen mit anhaltenden Belastungen im Pendlerverkehr bis Ende der 2020er Jahre rechnen sollten. In der Zwischenzeit wird Arbeitgebern empfohlen, flexible Homeoffice-Regelungen beizubehalten und frühzeitig Sammel-Swiss Travelcards zu erwerben, solange die Kontingente für Firmenkunden noch verfügbar sind.
Quelle: SWI swissinfo.ch

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