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Reisebranche warnt vor Sommerchaos: EU-Biometrisches Ein- und Ausreisesystem steht kurz vor der vollständigen Einführung

Feb. 6, 2026
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Reisebranche warnt vor Sommerchaos: EU-Biometrisches Ein- und Ausreisesystem steht kurz vor der vollständigen Einführung
Österreichs Flughäfen bereiten sich auf die zweite – und wohl störendste – Phase des neuen europäischen Ein- und Ausreisesystems (EES) vor, der biometrischen Grenzdatenbank, die das manuelle Passstempeln für Nicht-EU-Besucher ersetzt. In einem Schreiben vom 5. Februar 2026 forderten der Airports Council International (ACI Europe) und der britische Reiseverband ABTA die Europäische Kommission auf, den Grenzbeamten zu erlauben, die EES-Anforderungen während der Hauptreisezeiten auszusetzen, falls die Warteschlangen unkontrollierbar werden. Dieser Appell folgt auf Berichte über Wartezeiten von zwei bis drei Stunden am Flughafen Madrid-Barajas und Rom-Fiumicino, obwohl derzeit nur 35 % der Passagiere registriert werden. Ab dem 10. April müssen alle Drittstaatsangehörigen, die den Schengen-Raum – einschließlich Österreich – betreten oder verlassen, bei der ersten Einreise Fingerabdrücke und ein Gesichtsfoto abgeben.

Der Flughafen Wien (VIE) hat im vergangenen Herbst 55 biometrische Kioske installiert, doch Insider geben zu, dass die Abfertigungsgeschwindigkeit noch deutlich unter den von den Lieferanten versprochenen 25 Passagieren pro Minute liegt. Im Gegensatz zu den Grenzbeamten in Spanien und Portugal hat die österreichische Polizei bisher die im EES-Regelwerk vorgesehene Notabschaltfunktion nicht genutzt, mit der Begründung, dass frühe Disziplin den Reisenden spätere größere Probleme ersparen werde. Der Bodenabfertiger Celebi befürchtet jedoch verpasste Anschlussflüge für Passagiere, die auf osteuropäische Regionalflüge umsteigen, bei denen die Mindestumsteigezeiten bereits knapp bemessen sind.

Reisebranche warnt vor Sommerchaos: EU-Biometrisches Ein- und Ausreisesystem steht kurz vor der vollständigen Einführung


Für Unternehmen ist die operative Herausforderung klar: Geschäftsreisende aus den USA und Großbritannien, die routinemäßig Kundentermine in Salzburg oder Linz zwischen Flügen einplanen, müssen nun mehr Pufferzeit einrechnen. Mobilitätsmanager des Halbleiterkonzerns Infineon erklärten auf der WirtschaftsWoche-Konferenz diese Woche, dass sie bis Ende August eine firmeninterne Regel einführen werden, die mindestens drei Stunden Umsteigezeit an allen Schengen-Drehkreuzen vorsieht.

Arbeitsrechtliche Experten weisen auf ein weiteres Risiko hin: Nach den EU-Arbeitszeitregelungen könnten die Wartezeiten an der Einwanderung als Arbeitszeit für mobile Mitarbeiter gelten, was die Überstundenkosten in die Höhe treiben würde. Einige Unternehmen erwägen daher, kurze Europareisen vorübergehend auf virtuelle Plattformen zu verlagern, bis die Startprobleme abgeklungen sind.

Blickt man voraus, so kündigt das österreichische Innenministerium an, zwischen April und Oktober zusätzlich 120 Vertragspersonal an den Flughäfen Wien, Salzburg und Innsbruck einzusetzen, um Reisende bei der Nutzung der Kioske zu unterstützen und Engpässe zu vermeiden, die sich auf die Schengen-EU-Ankunftsbereiche auswirken könnten. Das Ministerium deutete zudem an, dass es – sofern EU-rechtliche Hürden fallen – wie Schweden eine Smartphone-Voranmelde-App pilotieren könnte. Bis dahin sollten Unternehmen ihre entsandten Mitarbeiter und Besuchsführungskräfte informieren: Der Ruf der alpenländischen Pünktlichkeit könnte diesen Sommer vorübergehend leiden.
Quelle: The Guardian

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