
Der Flughafen Cointrin in Genf lieferte den ersten handfesten Beweis dafür, dass das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) Europas noch nicht einsatzbereit ist. Am Samstagmorgen mussten Reisende von Langstreckenflügen sich in Schlangen einreihen, die sich hunderte Meter durch die Ankunftshalle zogen. Im Rahmen des EES muss jeder Drittstaatsangehörige bei der ersten Einreise vier Fingerabdrücke, ein Live-Gesichtsbild und einen vollständigen Passscan vorlegen. Dieses Verfahren soll das manuelle Abstempeln der Pässe ersetzen und die Kontrollen letztlich beschleunigen – doch erste Anwender berichten vom Gegenteil.
Laut dem Fachmagazin Identity Week haben erst etwa 35 % der EU-Außengrenzstellen das System seit dem Start im Oktober 2025 aktiviert. Die Situation in Genf ist zum Sinnbild der Anfangsschwierigkeiten geworden: Zu Spitzenzeiten betrugen die Wartezeiten bis zu drei Stunden, obwohl der Flughafen noch unter einer „Soft-Launch“-Beschränkung arbeitet, die vorsieht, dass nur ein Drittel der berechtigten Passagiere über die neuen Terminals abgefertigt wird. Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) musste Beamte von Routineaufgaben abziehen, während der Flughafen 40 Aushilfskräfte einstellte, um den Passagierfluss zu steuern.
Aus Angst vor einem europaweiten Verkehrschaos, wenn die Beschränkung am 10. April aufgehoben wird, haben der Flughafenverband ACI Europe und der britische Reiseverband ABTA die Europäische Kommission gebeten, den Mitgliedstaaten mehr Flexibilität zu gewähren. Sprecher der Kommission erklärten, dass die Regeln bereits eine Aussetzung des EES bei „außergewöhnlichen Spitzen“ erlauben, doch Branchenvertreter fordern, dass diese Ausnahmeregelung vor der geschäftigen Sommersaison formalisiert und harmonisiert wird. Die Flughafenleitung in Genf unterstützt diesen Appell und weist darauf hin, dass die drei Schweizer Schengen-Außengrenzflughäfen – Zürich, Genf und Basel – im Juli und August, der Hochsaison für alpine und interkontinentale Touristen, jeden Nicht-EU-Reisenden erfassen müssten.
Für Manager der Unternehmensmobilität steht vor allem die Planbarkeit im Vordergrund. Schweizer Multinationale berichteten Identity Week, dass sie ihre Mitarbeiter anweisen, bei der ersten Einreise nach Einführung des EES 60 bis 90 Minuten mehr Reisezeit einzuplanen. Reiserichtlinien werden aktualisiert, um verpasste Anschlussflüge abzudecken und gegebenenfalls Gebühren für Premium-Kanäle zu erlauben. Einige Unternehmen prüfen alternative Routen über München oder Wien – Flughäfen, an denen die Terminals noch nicht aktiviert sind –, um bei kritischem Personal Zeit bei Umstiegen zu sparen.
Die Erfahrungen in der Schweiz verdeutlichen auch ein größeres strategisches Problem: die Personalplanung. Im Gegensatz zu automatischen Passkontrolltoren können EES-Terminals nicht unbeaufsichtigt betrieben werden; Beamte müssen vor Ort sein, um biometrische Daten bei Minderjährigen zu überprüfen und Fehler zu beheben. Das BAZG schätzt, dass allein in Zürich mindestens 120 zusätzliche Grenzbeamte benötigt werden, sobald die verbindliche Frist greift. Aufgrund langer Beschaffungszeiten werden die meisten neuen Mitarbeiter erst nach dem Sommerfahrplan 2026 einsatzbereit sein, was die Gefahr von anhaltenden Staus erhöht, sofern Brüssel keine Nachsicht zeigt. Reisende werden daher gebeten, frühzeitig anzureisen, digitale Voranmeldungen zu nutzen, wo möglich, und ihre Reisepläne flexibel zu halten.
Laut dem Fachmagazin Identity Week haben erst etwa 35 % der EU-Außengrenzstellen das System seit dem Start im Oktober 2025 aktiviert. Die Situation in Genf ist zum Sinnbild der Anfangsschwierigkeiten geworden: Zu Spitzenzeiten betrugen die Wartezeiten bis zu drei Stunden, obwohl der Flughafen noch unter einer „Soft-Launch“-Beschränkung arbeitet, die vorsieht, dass nur ein Drittel der berechtigten Passagiere über die neuen Terminals abgefertigt wird. Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) musste Beamte von Routineaufgaben abziehen, während der Flughafen 40 Aushilfskräfte einstellte, um den Passagierfluss zu steuern.
Aus Angst vor einem europaweiten Verkehrschaos, wenn die Beschränkung am 10. April aufgehoben wird, haben der Flughafenverband ACI Europe und der britische Reiseverband ABTA die Europäische Kommission gebeten, den Mitgliedstaaten mehr Flexibilität zu gewähren. Sprecher der Kommission erklärten, dass die Regeln bereits eine Aussetzung des EES bei „außergewöhnlichen Spitzen“ erlauben, doch Branchenvertreter fordern, dass diese Ausnahmeregelung vor der geschäftigen Sommersaison formalisiert und harmonisiert wird. Die Flughafenleitung in Genf unterstützt diesen Appell und weist darauf hin, dass die drei Schweizer Schengen-Außengrenzflughäfen – Zürich, Genf und Basel – im Juli und August, der Hochsaison für alpine und interkontinentale Touristen, jeden Nicht-EU-Reisenden erfassen müssten.
Für Manager der Unternehmensmobilität steht vor allem die Planbarkeit im Vordergrund. Schweizer Multinationale berichteten Identity Week, dass sie ihre Mitarbeiter anweisen, bei der ersten Einreise nach Einführung des EES 60 bis 90 Minuten mehr Reisezeit einzuplanen. Reiserichtlinien werden aktualisiert, um verpasste Anschlussflüge abzudecken und gegebenenfalls Gebühren für Premium-Kanäle zu erlauben. Einige Unternehmen prüfen alternative Routen über München oder Wien – Flughäfen, an denen die Terminals noch nicht aktiviert sind –, um bei kritischem Personal Zeit bei Umstiegen zu sparen.
Die Erfahrungen in der Schweiz verdeutlichen auch ein größeres strategisches Problem: die Personalplanung. Im Gegensatz zu automatischen Passkontrolltoren können EES-Terminals nicht unbeaufsichtigt betrieben werden; Beamte müssen vor Ort sein, um biometrische Daten bei Minderjährigen zu überprüfen und Fehler zu beheben. Das BAZG schätzt, dass allein in Zürich mindestens 120 zusätzliche Grenzbeamte benötigt werden, sobald die verbindliche Frist greift. Aufgrund langer Beschaffungszeiten werden die meisten neuen Mitarbeiter erst nach dem Sommerfahrplan 2026 einsatzbereit sein, was die Gefahr von anhaltenden Staus erhöht, sofern Brüssel keine Nachsicht zeigt. Reisende werden daher gebeten, frühzeitig anzureisen, digitale Voranmeldungen zu nutzen, wo möglich, und ihre Reisepläne flexibel zu halten.
Quelle: Identity Week