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Vierstündige Passkontrollschlangen drohen britischen Reisenden, da das biometrische EU-System ausfällt

Feb. 12, 2026
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Vierstündige Passkontrollschlangen drohen britischen Reisenden, da das biometrische EU-System ausfällt
Das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) Europas – das biometrische Grenzkontrollsystem, das im vergangenen Oktober eingeführt wurde – gerät zunehmend unter Druck von Flughäfen und Fluggesellschaften. Diese warnen, dass britische Urlauber in diesem Sommer an den Schengen-Grenzen mit Wartezeiten von bis zu vier Stunden rechnen müssen, sofern die Einführung nicht verlangsamt wird. In einem offenen Brief an die Europäische Kommission fordern die Branchenverbände ACI Europe, Airlines for Europe und IATA die Möglichkeit, das System im Juli und August auszusetzen, da es bereits jetzt „anhaltend übermäßige Wartezeiten von bis zu zwei Stunden“ selbst bei geringem Passagieraufkommen gebe.

Simon Calder, Reise-Korrespondent der Independent, berichtet, dass derzeit nur 35 % der Passagiere aus Drittstaaten über EES-Kioske abgefertigt werden; bis April soll das gesetzliche Ziel bei 100 % liegen. Die Verbände kritisieren chronischen Personalmangel, unzureichende Ausstattung mit Selbstbedienungskiosken und eine noch nicht veröffentlichte Vorregistrierungs-App, wodurch die Infrastruktur bei weitem nicht einsatzbereit sei. Besonders problematisch seien Genf – das Tor zu den Alpen für Zehntausende britische Skifahrer – sowie die Kanarischen Inseln in Spanien.

Vierstündige Passkontrollschlangen drohen britischen Reisenden, da das biometrische EU-System ausfällt


Die Verzögerungen machen sich bereits bemerkbar: Flüge in die Wintersonne nach Lanzarote und Teneriffa verzeichneten während der Februar-Halbzeit Warteschlangen von über 90 Minuten, was einige Fluggesellschaften zwang, Abflüge zu verzögern und verpasste Anschlussflüge umzubuchen. Mit rund 12 Millionen britischen Reisenden, die zwischen Juni und August in die EU fliegen, schätzen Reiseexperten die direkten Kosten durch verpasste Flüge, Hotelübernachtungen im Rahmen der Fürsorgepflicht und Störungen im Flugplan auf 120 Millionen Pfund – ohne die verlorenen Arbeitsstunden zu berücksichtigen.

Risikomanager sollten Reisende darauf hinweisen, früher anzureisen, zusätzliche Pufferzeiten für Transfers einzuplanen und die spezifischen Hinweise der Flughäfen zu beachten. Fluggesellschaften prüfen die Möglichkeit, temporäre Registrierungsstellen an britischen Abflughäfen einzurichten, was jedoch die Zustimmung der EU erfordert. Sollte Brüssel eine Sommerausnahme ablehnen, könnten Unternehmen gezwungen sein, für zeitkritische Reisen verstärkt auf Bahnverbindungen wie den Eurostar zu setzen, der bereits EES-Kioske am Bahnhof St Pancras betreibt.
Quelle: The Independent

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