
Skyguide, der staatlich beauftragte Anbieter von Flugsicherungsdiensten in der Schweiz, gab am 19. Mai bekannt, dass eine Konsultation zur Streichung von bis zu 220 Stellen an den Standorten Genf und Dübendorf zwischen Ende 2026 und Mitte 2027 eröffnet wurde. Während das Unternehmen betont, dass lizenzierte Fluglotsen davon ausgenommen sind, warnen Gewerkschaften davor, dass tiefgreifende Kürzungen im Bereich Technik, Systemunterstützung und Ausbildung die Redundanz im Netzwerk gefährden könnten – gerade jetzt, da der Flugverkehr voraussichtlich wieder das Vorkrisenniveau übersteigen wird. Skyguide nennt steigende Personal- und Technologiekosten, strengere EU-Effizienzziele sowie stagnierende Nutzergebühren als Gründe für die Umstrukturierung. Die Personalkosten beliefen sich 2025 auf 382 Millionen CHF bei Gesamtausgaben von 576 Millionen CHF. Die Stellenstreichungen sollen in zwei Wellen erfolgen – bis zu 90 Stellen im Herbst dieses Jahres und weitere 130 im nächsten Jahr – sofern keine Alternativen wie Frühpensionierungen oder interne Versetzungen gefunden werden. Fluggesellschaften, die auf den Luftraum über der Schweiz angewiesen sind, insbesondere SWISS, easyJet Europe und Lufthansa, befürchten, dass ein reduziertes technisches Personal die Einführung des neuen Virtual Centre-Konzepts verzögern könnte, das eine nahtlose Übergabe von Sektoren zwischen Zürich und Genf ermöglichen soll. Unternehmen, die auf späte Executive-Flüge ab Genf oder Zürich angewiesen sind, sorgen sich um mögliche Slot-Beschränkungen, falls Skyguide während der Personalumstellung die Kapazitäten reduzieren muss. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) erklärt, es überwache den Plan, um sicherzustellen, dass die Schweiz weiterhin die verbindlichen Kapazitäts- und Verspätungsziele des EU-Programms Single European Sky erfüllt. Branchenexperten raten multinationalen Unternehmen, alternative Routen für kritische Fracht und Crew-Wechsel während der zweijährigen Personalabbauphase zu planen und Rücklagen für mögliche Verspätungsgebühren auf der Strecke einzuplanen.
Quelle: blue News (Keystone-SDA wire)
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