
Das Dekret-Gesetz 62/2026, bekannt als „Erster-Mai-Dekret“, wurde am 30. April veröffentlicht und von HR Capital am 22. Mai ausführlich analysiert. Obwohl es vorwiegend als nationale Arbeitsmarktreform präsentiert wird, hat das Dekret erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen, die Mitarbeiter nach Italien entsenden oder innerhalb Italiens verlagern – insbesondere auf Remote-Arbeiter und kurzfristige Entsandte, die über digitale Plattformen beschäftigt sind. Kapitel III führt eine Vermutung der abhängigen Beschäftigung ein, wenn Plattform-Algorithmen die Arbeitsverteilung oder Bezahlung steuern. Ausländische Fahrdienst- oder Lieferkuriere, die oft mit Saison- oder Studentenvisa arbeiten, könnten dadurch den Status eines vollwertigen Arbeitnehmers erhalten, inklusive Sozialversicherungsbeiträgen und tariflicher Vergütung – Kostenfaktoren, die die entsendenden Unternehmen einplanen müssen. Plattformen sind verpflichtet, die Kriterien ihrer algorithmischen Entscheidungen offenzulegen und die Aufgaben sowie Vergütung jedes Arbeitnehmers im nationalen Arbeitsregister zu erfassen, was die Nachverfolgbarkeit für Einwanderungskontrollen verbessert. Das Dekret führt zudem drei Einstellungsanreize ein – die Boni für Jugend, Frauen und ZES (Freizonen) – die für Festanstellungen im Jahr 2026 Sozialversicherungsentlastungen von bis zu 800 € monatlich bieten. Multinationale Unternehmen, die Mitarbeiter in die Sonderwirtschaftszonen Süditaliens verlagern, können diese Zuschüsse mit Umzugsbeihilfen kombinieren, sofern sie die neue „Fair-Pay“-Klausel des Dekrets einhalten, die die Gehälter an den repräsentativsten Tarifvertrag der Branche bindet. Transparenzanforderungen greifen auch in die Verwaltung der Mobilität ein: Ab dem Zeitpunkt der Umwandlung des Dekrets muss jede Stellenanzeige auf der staatlichen SIISL-Plattform den geltenden nationalen Tarifvertragscode und die genaue Vergütung angeben. Derselbe Code muss auch im Arbeitsvertrag und auf der Gehaltsabrechnung des Entsandten erscheinen, was den Arbeitsinspektoren eine schnelle Prüfung ermöglicht, wenn sie die Daten mit den Arbeitserlaubnissen abgleichen. Für Mobilitätsteams steht Risikomanagement im Vordergrund. Eine falsche Einstufung eines grenzüberschreitenden „digitalen Nomaden“ als Selbstständiger kann nun zu Lohnsteuerprüfungen, abgelehnten Visaverlängerungen und dem Verlust von Beitragsanreizen führen. Unternehmen wird geraten, italienische Beschäftigungsverhältnisse, die stark auf algorithmischer Aufgabenverteilung oder Stücklohn basieren, sorgfältig zu überprüfen.
Quelle: HR Capital Observatory
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