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Fluggesellschaften fordern Notfall-„Pause-Knopf“ für EES nach chaotischem Wochenende in Frankreich

Juli 5, 2026
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Fluggesellschaften fordern Notfall-„Pause-Knopf“ für EES nach chaotischem Wochenende in Frankreich
Einen Tag bevor der Zusammenbruch der Passkontrollschlangen Schlagzeilen machte, sendete die französische Luftfahrtbranche eine Warnung an Brüssel. In einem offenen Brief, der am Samstag, den 4. Juli, veröffentlicht wurde, forderten Airlines for Europe (A4E), ACI Europe und die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) die Europäische Kommission auf, den Mitgliedstaaten zu erlauben, das neue Ein- und Ausreisesystem (Entry/Exit System, EES) auszusetzen, wenn die Passagierzahlen die Kapazitäten an den Grenzkontrollen übersteigen. Als Beispiel wird Frankreich genannt: Seit das Land im April als eines der ersten vollständig auf biometrische Ein- und Ausreisekontrollen umgestellt hat, ist die Verarbeitungskapazität an Spitzentagen am Flughafen Paris-CDG um fast 40 % gesunken. Trotz der Aufstockung um 200 Beamte und 70 automatisierte Kioske hinkt die Abfertigung laut den Verbänden weiterhin deutlich hinter den Werten von 2019 hinterher. Französische Fluggesellschaften – Air France, Transavia France und easyJet mit großem Pariser Standort – berichten seit Anfang Juni von einer um zehn Prozentpunkte gesunkenen Pünktlichkeitsrate bei Abflügen. Der Brief warnt, dass ohne eine rechtliche Möglichkeit zur vorübergehenden Rückkehr zur manuellen Stempelung die Airlines gezwungen sein könnten, Sommerflugpläne zu kürzen oder Langstreckenflüge auf weniger ausgelastete Drehkreuze außerhalb Frankreichs zu verlegen. Aus Sicht der Unternehmensmobilität könnte eine anhaltende Verlangsamung zu verpassten Terminen, zusätzlichen Übernachtungskosten und einem höheren CO2-Fußabdruck führen, da Reisende Umwege über Drittstaaten nehmen müssten. Globale Relocation-Firmen raten ihren Kunden bereits, die Starttermine für Mitarbeiter, die diesen Monat nach Frankreich kommen, zu staffeln und ein Budget für Unterkünfte in Flughafennähe einzuplanen, falls es zu Übernachtungsverzögerungen kommt. Die Kommission antwortete am Sonntag, dass sie „keine Pläne hat, das EES auszusetzen“, aber offen für „pragmatische Flexibilitäten“ sei, etwa die biometrische Erfassung der Reisenden nach der Ankunft in einer gesicherten Transitzone statt am ersten Kontrollpunkt zu erlauben. Das französische Verkehrsministerium kündigte an, sich bei einem außerordentlichen Schengen-Rat am 8. Juli für solche Maßnahmen einzusetzen.
Quelle: Air Journal

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