
Eurostar-Passagiere mussten am 29. Juli unerwartete Umleitungen und Verspätungen hinnehmen, nachdem ein Weichendefekt nördlich von Antwerpen mehrere Züge auf der Strecke Brüssel–Amsterdam zu vorzeitigen Endstationen zwang. Reisende berichteten, dass sie am Bahnhof Antwerpen-Centraal aussteigen mussten, wo sie angewiesen wurden, auf nationale belgische Züge der SNCB oder Thalys umzusteigen, um anschließend in Rotterdam wieder in den Eurostar einzusteigen. Die Störung wurde erstmals bemerkt, als ein Eurostar-Zug Richtung Amsterdam mit geöffneten Türen in Antwerpen stand – ein ungewöhnlicher Anblick, da der Bahnhof nicht für vollständige britische Grenzkontrollen ausgestattet ist. Eurostar bestätigte, dass „ein Signalproblem im belgischen Netz“ die Umleitung der Züge ES9162, ES9164 und ES9166 erforderlich machte. Während die belgisch-niederländischen Verbindungen innerhalb des Schengen-Raums blieben, spürten Londonreisende die Folgen: Einige verpassten Anschlussverbindungen, da sie in Brüssel-Midi erneut die britischen Grenzkontrollen passieren mussten. Ein weiterer Hinweis in Eurostar-Foren erinnerte daran, dass Passagiere nach den Brexit-Regeln in Brüssel aussteigen müssen, um Sicherheits- und Passkontrollen zu durchlaufen – selbst bei durchgehenden Tickets von Amsterdam nach London. Der Vorfall verdeutlicht die Anfälligkeit des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs nur wenige Tage vor dem verkehrsreichen Augustreiseverkehr. Geschäftsreisende bevorzugen die dreistündige Zugverbindung Brüssel–London gegenüber Kurzstreckenflügen, da sie während der Fahrt arbeiten können und lange Sicherheitskontrollen am Flughafen entfallen. Bei Infrastrukturproblemen führen jedoch fehlende Ersatzfahrzeuge und die komplexen Grenzkontrollen zu längeren Erholungszeiten als bei rein nationalen Strecken. In einer Stellungnahme erklärte der belgische Infrastrukturbetreiber Infrabel, dass über Nacht ein defekter Weichenantrieb ausgetauscht und die Strecke am 30. Juli um 5 Uhr wieder freigegeben wurde. Eurostar nahm den regulären Betrieb wieder auf, warnte jedoch vor „restlichen Verspätungen“ während der Umlagerung von Zügen und Personal. Der Betreiber bietet kostenlose Umbuchungen innerhalb von 60 Tagen oder einen 50-prozentigen E-Gutschein für betroffene Fahrten an. Personalabteilungen und Mobilitätsteams mit Mitarbeitern, die zwischen Brüssel, Amsterdam und London pendeln, sollten ihre Mitarbeiter anhalten, die Eurostar-App zu beobachten, mindestens eine zusätzliche Verbindung für Anschlussprobleme einzuplanen und Originaltickets für mögliche EU-Entschädigungsansprüche aufzubewahren. Unternehmen mit zeitkritischen Terminen könnten vorübergehend auf Flüge ausweichen oder virtuelle Meetings bevorzugen, bis die Zuverlässigkeit des Zugverkehrs wieder stabil ist.
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