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Austrian Airlines stellt historischen Graz-Wien Shuttle im Winterflugplan ein

Aug. 4, 2026
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Austrian Airlines stellt historischen Graz-Wien Shuttle im Winterflugplan ein
Nach über einem Jahrhundert wird die 186 Kilometer lange Flugverbindung zwischen Graz und Wien bald aus dem österreichischen Luftverkehr verschwinden. In einer Erklärung vom 3. August bestätigte die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA), dass „Anpassungen“ im Winterflugplan auch die Rotation Wien–Graz betreffen werden. Die genauen Details sollen bei der Halbjahres-Pressekonferenz am Dienstag bekanntgegeben werden.

Der Wegfall ist mehr als nur symbolisch. Die frühmorgendliche Verbindung OS 117/118 diente lange Zeit als Zubringer für internationale Anschlussflüge ab dem Flughafen Wien, wodurch Geschäftsreisende vor 10 Uhr morgens wichtige Drehkreuze wie London, Berlin oder New York erreichen konnten. Regionale Arbeitgeber – darunter der Automobilzulieferer Magna und der Logistikriese KNAPP – erklärten gegenüber lokalen Medien, dass sie auf den Abflug um 6:00 Uhr angewiesen sind, um Tagesmeetings zu ermöglichen und Übernachtungskosten zu vermeiden.

Der Flughafen Graz, dessen Leitung erst wenige Stunden vor der Ankündigung von der Streichung erfuhr, bezeichnete die Strecke als „entscheidenden Standortfaktor“. Laut Flughafenstatistik nutzten im Jahr 2025 rund 180.000 Passagiere diese Verbindung – zwar eine vergleichsweise geringe Zahl, aber etwa 12 Prozent des gesamten Passagieraufkommens am Flughafen.

Austrian Airlines stellt historischen Graz-Wien Shuttle im Winterflugplan ein


Die Einstellung der Strecke folgt auf die Entscheidung von Eurowings im Juni, ihre stationierte A-319 aus Graz abzuziehen und zwei weitere Verbindungen einzustellen, was Befürchtungen über die Zukunft der zweitklassigen Regionalflughäfen in Österreich verstärkt.

Aus Sicht der Airline sind die wirtschaftlichen Gründe klar: Ein Jet verbraucht beim Steigflug fast genauso viel Treibstoff wie im Reiseflug, was sehr kurze Strecken teuer und ökologisch problematisch macht. AUA-Chefin Annette Mann hatte bereits im Mai betont, dass „Kurzstreckenflüge ihre Umweltbilanz rechtfertigen müssen“, bezeichnete die Verbindung Graz–Wien aber auch als „strategische Frage“. Branchenexperten beobachten, dass die Lufthansa-Gruppe den Verkehr zunehmend über Frankfurt und München bündelt, wo die Nachfrage nach Zubringerflügen höher und die Auslastung der Flugzeuge besser ist.

Firmenverantwortliche für Geschäftsreisen sollten ihre Mitarbeiter darauf vorbereiten, künftig auf die Bahn oder die Lufthansa-Drehkreuze umzusteigen. Die schnellsten Railjet-Verbindungen benötigen von Graz Hauptbahnhof bis zum Flughafen Wien 2 Stunden und 38 Minuten, erfüllen jedoch nicht die Anforderungen der frühmorgendlichen Langstreckenflüge. Reise-Richtlinien müssen daher möglicherweise Übernachtungen oder alternative Abflugorte zulassen.

Unternehmen wird zudem empfohlen, die Presseveranstaltung der AUA am 4. August aufmerksam zu verfolgen, um Informationen zu Umbuchungsmöglichkeiten und möglichen intermodalen Ticketlösungen mit der ÖBB zu erhalten.
Quelle: ORF Steiermark

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