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Austrian Airlines stellt Shuttle-Verbindung Graz–Wien ab Winter 2026/27 ein

Aug. 4, 2026
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Austrian Airlines stellt Shuttle-Verbindung Graz–Wien ab Winter 2026/27 ein
Eine seit einem Jahrhundert bestehende Inlandsflugverbindung zwischen Graz und Österreichs wichtigstem Drehkreuz in Wien steht vor dem Aus. Austrian Airlines (AUA) bestätigte am Montag (3. August 2026), dass der zweimal täglich verkehrende OS 117/118 Shuttle im kommenden Winterflugplan nicht mehr enthalten sein wird. Eine offizielle Ankündigung wird auf der Pressekonferenz zu den Halbjahreszahlen am Dienstag erwartet, doch sowohl AUA als auch der Flughafen Graz wurden bereits über „Streckenanpassungen“ informiert, wobei die Verbindung Graz–Wien ausdrücklich genannt wird.

Die Entscheidung beruht auf der anhaltenden Unrentabilität der kürzesten Inlandsstrecke Österreichs. Mit nur 146 km hat der Flug schon lange Schwierigkeiten, die 120 Sitzplätze des eingesetzten Embraer E-195 zu füllen, obwohl der frühmorgendliche Abflug von Graz bei Geschäftsreisenden, die am selben Tag Langstreckenverbindungen in Wien erreichen wollen, sehr geschätzt wird. AUA-Chefin Annette Mann hat wiederholt betont, dass „nicht jeder Kurzstreckenflug in der heutigen Zeit mit höheren Treibstoffkosten und strengeren Nachhaltigkeitsanforderungen wirtschaftlich sein kann“.

Für die Wirtschaft in der Steiermark ist der Wegfall mehr als nur symbolisch. Die Beratungsgesellschaft EY schätzt, dass 40 % der in Graz ansässigen Exportfirmen Kundentermine im Ausland rund um den 6-Uhr-Flug planen, um ihre Mitarbeiter noch am selben Abend zurückzuhaben. Ohne diese Zubringerverbindung müssen Reisende eine 2 Stunden 35 Minuten lange Zugfahrt in Kauf nehmen (länger bis zur Eröffnung des Semmering-Basistunnels 2030) und eine weitere Sicherheitskontrolle in Wien, was enge Anschlusszeiten zu Zielen wie Frankfurt, London oder interkontinentalen Verbindungen der Star Alliance gefährdet.

Austrian Airlines stellt Shuttle-Verbindung Graz–Wien ab Winter 2026/27 ein


Politisch hat die Entscheidung die Debatte über Kurzstreckenflüge in Österreich neu entfacht. Die Grünen loben AUA dafür, „die Flotteneinsätze an den Klimazielen auszurichten“, während die Landesregierung um Arbeitsplätze am Flughafen Graz fürchtet, einem der wenigen profitablen Geschäftsbereiche der städtischen Holding. Analysten weisen darauf hin, dass die Lufthansa Group – Muttergesellschaft von AUA – gleichzeitig den Zubringerverkehr verstärkt über München und Frankfurt bündelt, was den Status Wiens als Drehkreuz schwächen könnte.

Unternehmen sollten ihre Reisepolitik jetzt überdenken. AUA plant, Ersatztickets für die Kombination aus Zug und Flug („AIRail“) sowie durchgechecktes Gepäck zwischen Graz Hauptbahnhof und Flughafen Wien anzubieten, allerdings wird die Sitzplatzkapazität in den Railjet-Zügen begrenzt sein. Reiseverantwortliche werden geraten, Winterkontingente frühzeitig zu sichern und zu prüfen, ob Meetings auf virtuelle Formate oder spätere Zeiten, die besser zum Zugfahrplan passen, verlegt werden können.

Für Expatriates und Mobility-Teams unterstreicht die Streichung die Bedeutung, bei Umzugsplänen, die auf Inlandsverbindungen setzen, alternative Routen und Pufferzeiten einzuplanen.
Quelle: ORF (steiermark.ORF.at)

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