
Das britische Ministerium für Arbeit und Renten (DWP) hat am 23. September das erste „Workplace Health System“ Großbritanniens vorgestellt – ein Konzept, das darauf abzielt, die jährlichen Kosten von 212 Milliarden Pfund durch Krankheitsausfälle zu senken. Der Bericht, verfasst vom ehemaligen John-Lewis-Vorsitzenden Sir Charlie Mayfield, zeigt auf, dass jährlich 300.000 Menschen mit gesundheitlichen Problemen ihren Arbeitsplatz verlassen – oft dauerhaft – nach Krankheitsausfällen von mehr als sechs Wochen. Obwohl das Programm als nationale Produktivitätsinitiative präsentiert wird, hat es auch Auswirkungen auf internationale Mobilitätsprogramme. Zu den Vorschlägen gehören gesetzliche „Frühinterventions“-Pflichten für Arbeitgeber, verpflichtende digitale Krankmeldungen und die Pflicht, allen Mitarbeitenden, einschließlich temporärer Entsandter und Auftragnehmer, arbeitsmedizinische Unterstützung anzubieten. Globale Unternehmen, die Personal ins Vereinigte Königreich entsenden, könnten daher mit höheren Einarbeitungskosten rechnen und müssen ihre ausländischen privaten Krankenversicherungen an die kommenden britischen Akkreditierungsstandards anpassen. Das DWP wird im Oktober eine öffentliche Konsultation starten, die Gesetzgebung ist für die Queen’s Speech 2027 angekündigt. Multinationale Unternehmen sollten insbesondere zu den Herausforderungen Stellung nehmen, wie sie kurzfristigen Geschäftsreisenden mit sozialversicherungsrechtlichem Heimatstatus vergleichbare Unterstützung bieten können. Steuerberater weisen zudem auf die Wechselwirkung mit dem neuen Health & Social Care Levy-Offset hin, der ab April 2027 Unternehmen ermöglicht, bis zu 20 % der nachgewiesenen Ausgaben für betriebliche Gesundheitsmaßnahmen zurückzufordern. Dies könnte die Mehrkosten teilweise ausgleichen – allerdings nur, wenn die Ausgaben sehr spezifische HMRC-Kriterien erfüllen. Für Mobility-Manager ist die Botschaft klar: Die Fürsorgepflicht im Vereinigten Königreich wird verschärft. Unzureichende Gesundheitsunterstützung kann bald nicht nur Reputationsrisiken, sondern auch gesetzliche Strafen nach sich ziehen – ähnlich wie bereits bei Entsenderegelungen in der EU.
Quelle: Department for Work & Pensions
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