
Das US-Arbeitsministerium veröffentlichte am 2. April einen Regelungsvorschlag, der die vier geltenden Lohnniveaus für H-1B-, H-1B1-, E-3- und PERM-Anträge deutlich anhebt, indem sie auf wesentlich höhere Perzentile der Daten des Bureau of Labor Statistics verschoben werden. Die Einstiegsgehälter (Level I) würden von etwa dem 17. auf das 34. Perzentil steigen, während die Gehälter für erfahrene Fachkräfte vom 67. auf das 88. Perzentil klettern würden. Sollte die Regelung in Kraft treten, müssten Arbeitgeber die Gehälter für Tausende ausländische Fachkräfte erhöhen oder auf eine Sponsoring verzichten – insbesondere in den Branchen Technologie, Beratung und Gesundheitswesen, die stark auf Level I- und II-Anträge angewiesen sind. Der Vorschlag folgt auf die lohngewichtete H-1B-Auswahlregel des Heimatschutzministeriums (DHS) und signalisiert eine koordinierte Initiative, die Löhne stärker an die lokalen Marktdurchschnitte anzupassen oder sogar zu übertreffen. Die Frist für öffentliche Stellungnahmen läuft bis zum 26. Mai, was Unternehmen nur wenig Zeit lässt, wirtschaftliche Auswirkungen darzulegen. Einwanderungsrechtliche Berater empfehlen Firmen, laufende PERM-Fälle und zukünftige STEM-Einstellungen zu überprüfen: Jede nach Inkrafttreten der endgültigen Regel eingereichte Bewerbung muss die erhöhten Lohnsätze verwenden. Personalvermittler warnen, dass kleinere regionale Arbeitgeber vom H-1B-Markt verdrängt werden könnten, was Talente in Richtung Kanada und Großbritannien treiben würde. Arbeitsrechtsvertreter begrüßen den Vorschlag als Schutz gegen Lohndumping und als Ergänzung zu Durchsetzungsmaßnahmen gegen Drittanbieter-Personaldienstleister. Sollte die Regel bis Ende Juni finalisiert werden, könnte dies mit der Veröffentlichung der neuen Umfrage zu Beschäftigungs- und Lohnstatistiken zusammenfallen, was zusätzliche Unsicherheiten mit sich bringt. Arbeitgeber wird daher geraten, bereits jetzt finanzielle Reserven für Arbeitsbeginn ab dem 1. Oktober im Geschäftsjahr 2027 einzuplanen.
Quelle: Crown World Mobility