
Eine Reihe heftiger Gewitter, die am Samstag über Südostengland hinwegzogen, verursachte die schlimmsten Flugausfälle an Londons beiden wichtigsten Flughäfen in diesem Jahr. Daten von Flugverfolgungsdiensten zeigen, dass mindestens 367 Abflüge und Ankünfte am Heathrow Airport sowie 352 am Gatwick Airport verspätet oder gestrichen wurden, da Blitzschläge die Fluglotsen zwangen, Abstandsregelungen einzuführen. National Air Traffic Services (NATS) erklärte, dass die wetterbedingten Kapazitätsbeschränkungen „bis zum Abklingen der konvektiven Aktivität“ bestehen bleiben würden und warnte Passagiere, auch am Sonntag mit Folgeverspätungen zu rechnen. Die Fluggesellschaften reagierten unterschiedlich: British Airways hielt Dutzende Kurzstreckenflüge am Boden und priorisierte Langstreckenverbindungen, während easyJet vorsorglich Flüge am Gatwick strich und Umbuchungen oder Hotelunterkünfte anbot. Eurocontrol meldete den London FIR am 27. und 28. Juni als den verkehrsreichsten Luftraum Europas, mit Auswirkungen auf wichtige Geschäftsverbindungen nach Amsterdam, Paris und Frankfurt. Für Manager von Geschäftsreisen unterstreicht der Vorfall die Anfälligkeit der Sommerflugpläne nach der Rekordhitzewelle im Juni. Reisende mit zeitkritischen Terminen sollten Bordkarten, Verspätungsbenachrichtigungen und Belege aufbewahren. Nach den UK261-Regeln besteht kein Anspruch auf Entschädigung bei „außergewöhnlichen Umständen“ wie extremem Wetter, doch die Airlines müssen weiterhin Betreuung und Unterstützung bieten. Der Wetterdienst Met Office erwartet am Montagnachmittag erneut vereinzelte Gewitter im Südosten. Mobilitätsteams, die diese Woche Dienstreisende verlegen, sollten Umleitungen über Regionalflughäfen prüfen oder Übernachtungen in der Nähe von Drehkreuzen empfehlen, um Anschlussverluste zu vermeiden. Langfristig belebt der Vorfall die Forderungen, Heathrow solle den Einsatz zeitbasierter Abstände und moderner Wetterradarsysteme beschleunigen, um Kapazitätskürzungen bei Gewittern zu verringern. Bis solche Technologien flächendeckend verfügbar sind, sollten britische Unternehmen mit hohem internationalen Reiseaufkommen Rücklagen für wetterbedingte Störungen vorhalten.
Quelle: Anadolu Agency
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