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Flandern kürzt Liste der Mangelberufe und verschärft Regeln für beschleunigte Arbeitserlaubnisse

Dez. 28, 2025
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Flandern kürzt Liste der Mangelberufe und verschärft Regeln für beschleunigte Arbeitserlaubnisse
Die flämische Regierung bestätigte am Samstag, dem 27. Dezember 2025, dass sie ab dem 1. Januar 2026 die Liste der Berufe, die für eine beschleunigte Bearbeitung von Wirtschaftsmigration infrage kommen, drastisch verkürzen wird. Berufe wie Bus- und Lkw-Fahrer, Bäcker und Metzger werden von der sogenannten „Mangelberufsliste“ gestrichen. Das bedeutet, dass belgische und EU-Arbeitgeber künftig mindestens neun Wochen erfolglose lokale Rekrutierungsbemühungen nachweisen müssen, bevor sie eine nicht-EU-Person einstellen können. Niedrigqualifizierte Tätigkeiten sind künftig überhaupt nicht mehr für das Fast-Track-Verfahren zugelassen.

Arbeitsministerin Zuhal Demir (N-VA) erklärte, die Überarbeitung solle das System auf echte Engpassberufe konzentrieren und die ihrer Ansicht nach übermäßige Abhängigkeit von Drittstaatsangehörigen bei Routinejobs eindämmen. Statt der gestrichenen Berufe werden spezialisierte Hochqualifikationsberufe aufgenommen, darunter Diamantschleifer und Asbest-Entfernungstechniker, was auf Rückmeldungen von Branchenclustern in Antwerpen und Limburg zurückgeht.

Flandern kürzt Liste der Mangelberufe und verschärft Regeln für beschleunigte Arbeitserlaubnisse


Für multinationale Arbeitgeber bedeutet dies zunächst vor allem einen verfahrensbedingten Mehraufwand. Berufe, die nicht mehr auf der Liste stehen, müssen nun einen Arbeitsmarkttest durchlaufen und über das reguläre Single-Permit-Verfahren beantragt werden, was die Bearbeitungszeit um vier bis sechs Wochen verlängert. Bereits genehmigte Arbeitserlaubnisse behalten ihre Gültigkeit, Verlängerungen, die nach dem 1. Januar eingereicht werden, unterliegen jedoch den neuen Kriterien. Einwanderungsanwälte raten Personalabteilungen, Verlängerungsanträge möglichst noch vor Jahreswechsel einzureichen und künftig Nachweise über lokale Rekrutierungsbemühungen sorgfältig zu dokumentieren.

Branchenverbände wie der Flämische Transport- und Logistikverband warnen, dass sich der Fahrermangel verschärfen werde, wenn die Zugangswege für Drittstaatsangehörige geschlossen werden. Demir entgegnet, dass großzügige EU-Regelungen zur Mobilität von Fahrern und jüngste Lohnerhöhungen die Berufe für lokale Bewerber attraktiver machen sollten. Zudem verweist sie auf vereinfachte Saisonarbeitsregelungen, die parallel zum verschärften Regime eingeführt werden und eine schnellere Beschäftigung in der Landwirtschaft und Gastronomie ermöglichen.

Praktisch sollten globale Mobilitätsmanager ihre Machbarkeitsmatrizen für Einsätze in Belgien aktualisieren, die Personalabteilungen über die neue Liste informieren und bei Projekten mit nicht-EU-Fachkräften einen zusätzlichen Monat Vorlaufzeit einplanen. Auch die Gehaltsabteilungen müssen prüfen, ob umklassifizierte Mitarbeiter weiterhin die Gehaltsgrenzen für anstehende Arbeitserlaubnisverlängerungen erfüllen.

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