
Der Betreiber des Kanaltunnels, Getlink, schlug am 23. Juli Alarm, nachdem neue Tests zeigten, dass das Auto-Passagier-Modul des Europäischen Ein- und Ausreisesystems (EES) nur sechs Wochen vor der vollständigen Einführung am 6. September weiterhin instabil ist. Die in Paris ansässige Gruppe teilte Reportern mit, dass die zentrale EU-Software, die für die Erfassung biometrischer Daten an den Durchfahrtskiosken im Tunnel verantwortlich ist, „noch nicht vollständig zuverlässig“ sei. Dies lässt die Möglichkeit offen, dass die verpflichtenden Fingerabdruck- und Gesichtserkennungsprüfungen verschoben oder schrittweise eingeführt werden könnten.
Das EES ist seit April an Frankreichs Flughäfen und Seehäfen in Betrieb und ersetzt die manuelle Passstempelung für alle Nicht-EU-Reisenden durch ein automatisiertes Register von Einreisen, Ausreisen und Überziehungen. Während das System bei Fußgängern recht gut funktioniert, gestaltet sich die Integration in den Autoverkehr am einzigartigen, französisch-britischen Tunnelterminal deutlich komplexer. Autofahrer müssen parken, ihre biometrischen Daten erfassen lassen und anschließend wieder in die Einschiffungsschlangen einreihen – ein Vorgang, der laut Getlink mindestens 70 Sekunden pro Fahrzeug dauert, verglichen mit 25 Sekunden heute.
Getlink hat 80 Millionen Euro in neue Kioske, Personal und die Umgestaltung der Fahrspuren investiert, doch Geschäftsführer Yann Leriche betonte, dass das Unternehmen das Tempo der EU-Software-Updates nicht kontrollieren könne. Britische Tourismusverbände befürchten an den Spitzenwochenenden Staus, falls die Probleme nicht schnell gelöst werden; französische Behörden argumentieren hingegen, dass eine uneinheitliche Umsetzung des EES die Sicherheit im Schengen-Raum gefährden würde. Fluggesellschaften und Fährbetreiber beobachten die Entwicklung genau, da eine Verschiebung beim Tunnel den Druck auf ihre eigenen Grenzkontrollkapazitäten erhöhen würde.
Für Manager der Unternehmensmobilität erschwert die Unsicherheit die Planung von Einsätzen im August. Viele Firmen hatten Reisenden bereits geraten, ab Mitte August an den Eurotunnel-Terminals eine zusätzliche Stunde einzuplanen; einige buchen nun kritische Mitarbeiter stattdessen per Flugzeug oder Fähre, trotz höherer Kosten und der eingeschränkten Kapazität französischer Häfen. Sollte die EU jedoch eine weitere Schonfrist gewähren, könnten Unternehmen feststellen, dass sie zu viel in Notfallpläne investiert haben.
In jedem Fall unterstreicht Getlinks Forderung nach Klarheit, dass die Modernisierung der französischen Grenzkontrollen noch nicht abgeschlossen ist – und dass letztlich die Zuverlässigkeit der Software, nicht die Investitionen in die Hardware, darüber entscheiden wird, ob die wichtigste Sicherheitsreform im Schengen-Raum für reibungslosere oder chaotischere Reisen sorgt.
Das EES ist seit April an Frankreichs Flughäfen und Seehäfen in Betrieb und ersetzt die manuelle Passstempelung für alle Nicht-EU-Reisenden durch ein automatisiertes Register von Einreisen, Ausreisen und Überziehungen. Während das System bei Fußgängern recht gut funktioniert, gestaltet sich die Integration in den Autoverkehr am einzigartigen, französisch-britischen Tunnelterminal deutlich komplexer. Autofahrer müssen parken, ihre biometrischen Daten erfassen lassen und anschließend wieder in die Einschiffungsschlangen einreihen – ein Vorgang, der laut Getlink mindestens 70 Sekunden pro Fahrzeug dauert, verglichen mit 25 Sekunden heute.
Getlink hat 80 Millionen Euro in neue Kioske, Personal und die Umgestaltung der Fahrspuren investiert, doch Geschäftsführer Yann Leriche betonte, dass das Unternehmen das Tempo der EU-Software-Updates nicht kontrollieren könne. Britische Tourismusverbände befürchten an den Spitzenwochenenden Staus, falls die Probleme nicht schnell gelöst werden; französische Behörden argumentieren hingegen, dass eine uneinheitliche Umsetzung des EES die Sicherheit im Schengen-Raum gefährden würde. Fluggesellschaften und Fährbetreiber beobachten die Entwicklung genau, da eine Verschiebung beim Tunnel den Druck auf ihre eigenen Grenzkontrollkapazitäten erhöhen würde.
Für Manager der Unternehmensmobilität erschwert die Unsicherheit die Planung von Einsätzen im August. Viele Firmen hatten Reisenden bereits geraten, ab Mitte August an den Eurotunnel-Terminals eine zusätzliche Stunde einzuplanen; einige buchen nun kritische Mitarbeiter stattdessen per Flugzeug oder Fähre, trotz höherer Kosten und der eingeschränkten Kapazität französischer Häfen. Sollte die EU jedoch eine weitere Schonfrist gewähren, könnten Unternehmen feststellen, dass sie zu viel in Notfallpläne investiert haben.
In jedem Fall unterstreicht Getlinks Forderung nach Klarheit, dass die Modernisierung der französischen Grenzkontrollen noch nicht abgeschlossen ist – und dass letztlich die Zuverlässigkeit der Software, nicht die Investitionen in die Hardware, darüber entscheiden wird, ob die wichtigste Sicherheitsreform im Schengen-Raum für reibungslosere oder chaotischere Reisen sorgt.
Quelle: Reuters via Euronext Live
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