
Unter einer Reihe von wirtschaftlichen Maßnahmen widmet die Politikansprache 2026 einen eigenen Abschnitt der Stärkung von Hongkongs Rolle als internationales Luftfahrtdrehkreuz durch nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF). Die Regierung plant den Aufbau einer SAF-Produktionsstätte im benachbarten Dongguan mit dem Ziel, bis 2030 die erste Produktion zu erreichen, sowie den Bau einer Mischanlage in der Stadt, um eine langfristige Versorgung zu gewährleisten. Ein verpflichtender Verbrauchsanteil und ein Zertifizierungssystem für grünen Kraftstoff werden derzeit geprüft. Der SAF-Fahrplan reagiert auf den zunehmenden Druck multinationaler Unternehmen, Geschäftsreisen zu dekarbonisieren. Laut dem Weltwirtschaftsforum haben über 40 Prozent der Fortune-500-Unternehmen inzwischen wissenschaftlich fundierte Ziele, die auch Emissionen aus Flugreisen umfassen. Eine verfügbare, wettbewerbsfähige SAF-Versorgung würde es Unternehmen, die Mitarbeiter nach Hongkong verlagern, ermöglichen, Fürsorgepflicht und ESG-Ziele in Einklang zu bringen. Auch Fluggesellschaften profitieren von mehr regulatorischer Klarheit: Cathay Pacific und Greater Bay Airlines können langfristige Beschaffungspläne erstellen und möglicherweise „grüne Ticket“-Zuschläge einführen. Auch Frachtunternehmen könnten profitieren, da Kunden zunehmend Emissionsdaten für ihre Lieferkettenberichte anfordern. Für Mobilitätsmanager könnte die SAF-Initiative bald Auswirkungen auf die Reiserichtlinien haben, indem Reisende verpflichtet werden, Flüge mit höherem SAF-Anteil zu wählen oder eine interne CO2-Abgabe zu zahlen. Politikgestalter sollten die bevorstehende Konsultation zum verpflichtenden Mischungsverhältnis, die Anfang 2027 erwartet wird, genau verfolgen.
Quelle: news.gov.hk