
In einer Entscheidung, die die Bewerbungsweise von Hunderttausenden von Einwanderungswilligen in die USA jedes Jahr grundlegend verändern wird, kündigte das US-Außenministerium am 10. März eine endgültige Regelung an, die die Voraussetzung wieder einführt, dass jeder Bewerber für das Diversity Visa (DV) über einen gültigen, nicht abgelaufenen Reisepass verfügen muss, bevor er überhaupt an der jährlichen Lotterie teilnehmen kann. Die Passpflicht, die erstmals 2019 eingeführt und 2022 von einem Bundesgericht wegen Verfahrensmängeln aufgehoben wurde, ist nun nach einem vollständigen Anhörungs- und Kommentierungsverfahren zurück. Das Ministerium erklärt, die Regel, die 30 Tage nach Veröffentlichung im Federal Register in Kraft tritt, ziele darauf ab, weit verbreiteten Betrug im Programm einzudämmen. Analysen vergangener DV-Zyklen zeigen, dass bis zu 17 Prozent der Einträge letztlich wegen gefälschter Identitätsdokumente disqualifiziert wurden; Konsularleiter sagen, dass die Verpflichtung, bereits bei der Anmeldung eine Passnummer anzugeben, groß angelegte Fälschungen deutlich erschwert. Für US-Arbeitgeber ist die unmittelbare geschäftliche Auswirkung begrenzt, da das DV-Programm keine Arbeitsplatzzusage vorsieht. Was sich jedoch ändert, ist das Compliance-Umfeld für globale Mobilitätsteams, die häufig ausländische Mitarbeiter zu langfristigen US-Optionen beraten: Personalabteilungen müssen nun prüfen, ob Kandidaten aus unterrepräsentierten Ländern realistisch rechtzeitig einen Reisepass für das nächste Lotteriefenster im Herbst erhalten können. In vielen einkommensschwachen Ländern kostet das Dokument das Äquivalent mehrerer Monatsgehälter, was Bedenken hinsichtlich der Chancengleichheit aufwirft, da die neue Regel die „Green-Card-Lotterie“ zugunsten der Mittelschicht verschieben könnte. Einwanderungsorganisationen kritisierten die Maßnahme schnell und argumentierten, dass sie den Zugang gerade für die Bevölkerungsgruppen erschwere, denen der Kongress mit der Einführung der DV-Kategorie helfen wollte – insbesondere in Teilen Subsahara-Afrikas, wo die Passausstellung langsam verläuft, lokale Ämter oft weit von ländlichen Gemeinden entfernt sind und die offiziellen Gebühren nur den Anfang der Kosten darstellen. Mehrere NGOs erwägen bereits neue Klagen, doch die meisten Rechtsexperten sind der Ansicht, dass das Außenministerium die verfahrensrechtlichen Mängel behoben hat, die die Übergangsregelung aus der Trump-Ära zum Scheitern brachten. Multinationale Unternehmen sollten vorerst ihre internen Richtlinien anpassen: Bewerber für DV-2028 müssen bei der Online-Registrierung eine Passnummer angeben, und Mitarbeiter, die sich derzeit mit einem Nicht-Einwanderungsstatus in den USA aufhalten und hoffen, sich über die Lotterie „selbst zu sponsern“, müssen sicherstellen, dass ihre Reisepässe aus dem Heimatland für die Dauer des kommenden Zyklus gültig sind. Obwohl im Regeltext von durchschnittlichen weltweiten Passkosten von 75 US-Dollar die Rede ist, variieren die Preise in der Praxis stark – von unter 20 US-Dollar in einigen asiatischen Ländern bis zu über 250 US-Dollar, wenn „Express“-Gebühren und Reisekosten in vielen afrikanischen Ländern berücksichtigt werden. Personalabteilungen könnten daher vermehrt Anträge auf finanzielle Unterstützung von Entsandten erhalten, die ihr Glück bei der Verlosung von 55.000 Visa versuchen wollen. Langfristig könnte die Änderung die Gesamtzahl der Lotterieeinträge reduzieren, was die chronischen Bearbeitungsrückstände im Kentucky Consular Center verringert und Kapazitäten für andere Visakategorien freisetzt. Solange der Kongress jedoch die DV-Quote nicht anpasst, wird sich die Regel voraussichtlich nicht auf die Länderbeschränkungen auswirken, die in den letzten Jahren Tausenden von Gewinnern einen Interviewtermin verwehrten. Mobilitätsmanager sollten den DV-Weg weiterhin als „nice-to-have“-Option und nicht als zentrales Instrument der Personalplanung betrachten.
Quelle: Bloomberg Law
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