
Der Flughafen Brüssel warnte Reisende am Morgen des 18. April vor „außergewöhnlich langen Wartezeiten“, nachdem ein europaweiter technischer Ausfall die automatischen Passkontroll-E-Gates lahmgelegt hatte. Die Störung, die auf ein über Nacht eingespieltes Software-Update der Agentur für das neue EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) zurückzuführen ist, zwang die Bundespolizei dazu, bei allen Ankünften aus Drittstaaten auf manuelle Stempelung umzusteigen. Die Warteschlangen am Pier B dauerten zu Spitzenzeiten über 90 Minuten. Ähnliche Probleme wurden auch an den Flughäfen Paris CDG, Amsterdam Schiphol und Madrid Barajas gemeldet. Flughafensprecherin Nathalie Piessens erklärte, dass zusätzliche Beamte aus der Streifeneinheit umgeschichtet wurden und mobile Wasserstationen für die in der Warteschlange feststeckenden Passagiere eingerichtet wurden. Bis zum Mittag hatten Techniker das Update zurückgenommen und sechs der 36 biometrischen Gates am Flughafen BRU wieder geöffnet, wodurch die Wartezeiten auf unter 30 Minuten sanken. Der Vorfall zeigt deutlich, dass das seit dem 10. April flächendeckend eingesetzte Schengen-weite EES noch mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hat. Fluggesellschaften befürchten, dass selbst kurze Ausfälle Nachmittagsflüge beeinträchtigen können, da die Dienstzeitbegrenzungen der Crew zu Verspätungen und verpassten Anschlussflügen führen. Brussels Airlines meldete drei Fälle, bei denen Business-Class-Passagiere Anschlussflüge nach Westafrika verpassten. Geschäftsreisemanager sollten für nicht-EU-Mitarbeiter, die über Brüssel reisen, insbesondere in den ersten Monaten des EES, längere „Mindestanschlusszeiten“ einplanen. Unternehmen, die Talente umziehen, sollten Neuankömmlinge zudem darauf hinweisen, gedruckte Kopien von Arbeits- oder Einzelerlaubnissen mitzuführen, falls manuelle Kontrollen zusätzliche Nachweise verlangen. Die Bundespolizeigewerkschaft wies darauf hin, dass die Personalstärke an den Grenzkontrollstellen noch auf das Verkehrsaufkommen vor EES ausgelegt sei, und forderte die Regierung auf, die Rekrutierung vor dem touristischen Höhepunkt im Juli zu beschleunigen. Der Flughafen Brüssel kündigte an, bis September zehn weitere E-Gates zu installieren und noch in diesem Monat Live-Daten zu den Grenzwartezeiten auf seiner Website zu veröffentlichen.
Quelle: The Brussels Times
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